Donnerstag, 6. August 2015

Ein Sommerhit!

"36 Grad, kein Ventilator. Das Leben kommt mir gar nicht hart vor." schallte es im Jahr 2007 aus allen Radios. Doch während Inga Humpe mit der Hitze vermeintlich kein Problem hat, leiden Mimi und ich in einem nie dagewesenen Ausmaß an den "Grüßen aus der Sahara".

Hitzeempfinden

Noch vor wenigen Jahren war ich ein absolutes Kind des Sommers. Zu heiß gab es in meinem Wortschatz nicht, ich konnte gar nicht genug davon kriegen, dem Quecksilber in meinem Thermometer beim Klettern zuzusehen. 

Nach einem arbeitsreichen Jahr auf der Turracher Höhe sieht die Sache plötzlich ganz anders aus. Aus der ehemaligen Sonnenanbeterin ist ein stöhnendes, jammerndes, Hitzeempfindliches Häufchen Elend geworden, das sich die Handgelenke im Minutentakt kühlt und verzweifelt Zuflucht im Schatten sucht. Ein Jahr auf 1.800 Metern Seehöhe hat meine persönliche Temperaturwahrnehmung radikal geändert.

Auch Potpourri-Terriermädel Mimi scheint sich mit den geänderten klimatischen Gegebenheiten nicht unbedingt leicht zu tun. Unser erster Versuch, der Hitze zu entkommen ist kläglich gescheitert. Frustriert haben wir den Saissersee von unserer hundetauglichen Ausflugsziel-Liste gestrichen und bisher keinen adäquaten Ersatz gefunden.

Ein Badetag fürs Frauchen

Bis - ja, bis wir heute ein wundervoll-großzügiges Angebot von lieben Bekannten bekommen haben. Wir haben eine Einladung auf ein privates Seegrundstück am Wörthersee erhalten und dort ein paar herrliche Stunden verbracht.

Hier die schlechten Nachrichten: Mimi schwimmt noch immer nicht. Ich versuche ja seit geraumer Zeit, die kleine Hundedame langsam und behutsam an das Element Wasser heranzuführen. Die bisherigen Erfolge sind recht bescheiden. Aber immerhin wagt sie sich nun schon bis zum Ellenbogen (heißt das beim Hund auch wirklich Ellenbogen? Ihr wisst, was ich meine...) ins kühlende Nass. Neidisch denke ich da an Mimis Bruder Bo, der sich von Beginn an als Wasserratte präsentiert hat. Vielleicht sind männliche Potpourri-Terrier einfach mutiger? 



Der Masterplan

Mimi ziert sich also nach wie vor. Mein genialer Masterplan für den heutigen Tag: Ich schwimme einfach raus. Gesagt, getan. Ich lasse sie mich dabei beobachten, wie ich an einem seichten Stück in den See gehe. Die kleine Madame ist skeptisch, wagt sich aber doch näher. Aber als ihr gefährliche, meterhohe Wellen entgegenschwappen, nimmt sie Reißaus. Das ist heute nicht schlimm, da das Setting einfach ideal ist. Das Gelände ist umzäunt, ihr kann also nichts passieren. Ich mache die ersten Schwimmzüge und werfe dann einen Blick zurück ans Ufer. Da läuft sie von links nach rechts und von rechts nach links, sucht den Zugang zum See, findet ihn auch, aber die Furcht ist zu groß. Man sieht richtig, wie es in ihrem kleinen Hundeköpfchen rattert. Soll ich? Aber das ist so gefährlich! Das Wasser attackiert mich immer wieder. Nein, das trau ich mich nicht. Nachdem Mimi erkannt hat, dass sie mir nicht folgen kann, legt sie sich auf die Wiese und beobachtet mich mit Argusaugen. Und als ich dann endlich nach einer gefühlten Ewigkeit wieder aus dem Wasser steige, ist sie sofort zur Stelle und begrüßt mich freundlich.




Carpe diem! 

Auch wenn der Tag im Hinblick auf Mimis schwimmerische Befähigung keine befriedigenden Ergebnisse gezeigt hat, so haben wir doch einen herrlichen Sommertag im Schatten eines kleinen Ahornbaums verbracht. Ich freue mich sehr, dass ich die Möglichkeit hatte, den Wörthersee zu genießen, ohne auf meinen vierbeinigen Schatten verzichten zu müssen. Für Mimi war es ein aufregender Tag, da sie eine große Grünfläche zur Verfügung hatte, auf der sie sich nach Lust und Laune wälzen konnte, die sie im Schweinsgalopp durchqueren und mit zuckender Nase erkunden konnte. Selbst wenn die Kleine heute nicht zur Badenixe geworden ist, hatten wir eine tolle Zeit am See - ein echter Sommerhit eben!



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