Samstag, 28. Juni 2014

We are the champions!

Nachdem ich mich Anfang des Monats zum Gespött des gesamten Hotels gemacht hatte, war es gestern Zeit für eine Revanche. Die Turrach hatte uns einmal abgeschüttelt, ein zweites Mal sollte ihr das nicht gelingen. Statt den Aufstieg alleine zu wagen, hatten Mimi und ich diesmal Unterstützung: die Geschäftsführung und alle Abteilungsleitungen des Hotels waren mit von der Partie.


Um halb 11 ging die fröhliche Wanderung los. Zwar nicht bei optimalen Wetter - ein kühler Wind blies uns ums Näschen -, aber die gute Stimmung in der Gruppe machte die Kälte rasch vergessen. Wenn ich ganz ehrlich bin, war ich ein bisschen eingeschüchtert. Wie es unser Gruppenfoto bereits erahnen lässt, hatten alle mehr oder weniger reichlich Wandererfahrung. Und mitten drinnen ich, als komplettes Greenhorn.


Ich will nichts schönreden: Der Barbara-Weg war beschwerlich - zumindest für mich. Mehr als einmal wäre ich am liebsten auf der Stelle umgekehrt. Aber ich habe tapfer durchgehalten und wurde mit einer herrlichen Landschaft und einer gigantischen Sicht belohnt. Nachdem ich sicher war, dass kein Weidevieh in der Nähe war, durfte Mimi von der Leine und war sofort in ihrem Element. Mit fliegenden Beinen ging es über Stock und Stein, am Wasserlauf wurde wild mit der Golden Retriever Dame Ronja gespielt, die wir auf unserem Weg zum Gipfel kennen gelernt hatten. Beeindruckend war, dass Mimi nie den Sichtkontakt zum "Rudel" verloren hat. Sie war immer ganz vorne an der Spitze dabei und hat sich an den "Rudelführern" orientiert. Wie selbstverständlich hat sie das Spiel mit Ronja abgebrochen, um den Anschluss an die Gruppe nicht zu verlieren.



321 Höhenmeter

Unsere Tour begann auf 1.763 Metern und führte uns hinauf zum 3-Seen-Aussichtspunkt, der auf 2.084 Metern liegt. Für unsere Mühen und die Strapazen des Aufstieges wurden wir wirklich belohnt. Kaum ganz oben angekommen, riss die Nebeldecke kurz auf und gewährte uns einen herrlichen Blick auf den Turracher See.



AlmZeitHütte

Von diesem Punkt aus konnte man nun auch das Ziel unserer Reise sehen: Die AlmZeitHütte. Mein kleines Potpourri-Terrier-Mädel liebt die beiden Geschäftsführer der urigen Hütte abgöttisch: Thomas Kohlendorfer und Bernhard Wallner machen nicht nur einen großartigen Job, sie haben auch ein großes Herz für meine kleine Maus. Dementsprechend war Mimi beim Abstieg zur Hütte kaum zu halten und wurde mit großem Hallo begrüßt.  


Ein köstlicher Kaiserschmarrn und beste Hüttenlaune versüßten unseren Gipfelsieg. Aber ganz ehrlich? Das Schönste an diesem Tag war das Glück in Mimis Hundeaugen. Sie hat unseren Ausflug wirklich aus ganzer Seele genossen und diese Wanderung soll definitiv nicht unsere letzte gewesen sein...

Montag, 9. Juni 2014

Mimi, Barbara und der Krampus



Heute morgen am Küchenstammtisch haben Mimi und ich für großes Gelächter gesorgt. Anwesend: alles eingefleischte "Bergler", die wohl schon gewandert sind, bevor sie den Windeln entwachsen waren. Und auf der anderen Seite ich: ein typisches "See-Kind", das zwar gerne spaziert, aber keine großen Wandererfahrungen vorzuweisen hat.


Der Barbara-Weg

Gesprächsthema Nummer 1 war unser gestriger Versuch, den Barbaraweg zu erklimmen. Im Internet und in diversen Prospekten wird er als "mittlerer" Panoramaweg beschrieben, die "Geh"-Dauer sollte angeblich zwei Stunden betragen. Belohnt wird man mit einem nahezu magischen Blick auf die drei Seen-Landschaft der Turrach. Genau das Richtige für mich und die kleine Mimi, also machten wir uns gut gelaunt, frohen Mutes und mit der Kamera bewaffnet auf den Weg.



Und tatsächlich zeigte sich die Turrach von ihrer allerschönsten Seite. Strahlender Sonnenschein und kaum ein Wölkchen am Himmel. Dazu unglaubliche, sommerliche Temperaturen und lediglich ein leichter Windhauch - das Wetter war für unser Vorhaben, den Berg zu bezwingen, wirklich perfekt. Auf unserem Weg Richtung Gipfel begegneten uns mehrere ältere Ehepaare, alle in bester Wanderausrüstung und mit Wanderstöcken bewaffnet.


                    

Außer Puste...

Was als launiger Ausflug begann, wurde für mich rasch zur körperlichen Bewährungsprobe. Hatte Mimi keine Probleme mit der Luft, so ging mir nach einer Dreiviertelstunde langsam die Puste aus - Trainingszustand von Frauchen: "nicht genügend"! Wie machen die Senioren das? Die sehen alle so ausgeruht und entspannt aus... Selbst der Zwischenstopp auf einer der entzückenden Bänke, die allerorts zu finden waren, konnte nicht helfen - dieser Gipfel blieb für uns (vorerst) unerreichbar.


Alm-Krampus

Kennt ihr das Gefühl? Wenn am 5. Dezember die Krampusse ihr Unwesen treiben, vertraue ich immer auf meine Ohren. Bin ich in der Stadt unterwegs, achte ich genau darauf, ob ich irgendwo Glocken höre, welche die finsteren Gesellen schon von weitem ankündigen. Mein Herz schlägt dann schneller und ich versuche, die Wege der Krampusse und Perchten möglichst zu meiden. Nun, das gleiche Gefühl hatten Mimi und ich auf der Alm. Sensibilisiert durch das Prospekt "Fit fürs Kuh-Rendezvous?" (hier findet ihr nähere Infos), war ich gehörtechnisch auf der Lauer. Und als wir dann noch die Hinweistafel entdeckten, war ich aufs Höchste alarmiert.



Während Mimi fröhlich durch die Botanik hüpft und springt, versuche ich zu eruieren, woher denn plötzlich die Kuhglocken kommen. Wie nahe sind die "Mutterkühe"? Zum Glück war alle Vorsicht unnötig, kein Weidevieh kreuzte unseren Weg.


Memo an mich...

Ein wenig frustriert ob meiner miesen Fitness machten wir uns an den Abstieg. Fühlte sich der Aufstieg an, als wären wir Stunden unterwegs gewesen, so ging es runter dann ganz schnell. Ratzfatz waren wir wieder an unserem Ausgangspunkt angelangt. Und obwohl wir es nicht bis ganz nach oben geschafft haben, gönnten wir uns zum Ausklang eine kleine kulinarische Auszeit am Ufer des Turracher Sees. Was Mimi und ich gelernt haben? Das Potpourri-Terrier-Mädel ist in bester Kondition - ich leider nicht. Wenn wir das nächste Mal "wandern" gehen, müssen wir unbedingt für Marschverpflegung und ausreichend Getränke sorgen. Ganz wichtig: Sonnencreme mit hohem Lichtschutzfaktor nicht vergessen. Und: Wir nehmen eine Wanderkarte, oder noch besser: einen Almbutler!, mit auf die Runde...


Freitag, 14. März 2014

Mimis Schnüffelteppich



Der Hund ist ein Nasentier. 

Dass unsere befellten Vierbeiner ganz außergewöhnliche Nasen haben, ist längst nichts Neues. In einem wahren Riechlabyrinth sind über 100 cm³ Riechschleimhaut verteilt - wir Menschen können lediglich 5 cm³ aufbieten! Und weil wir unfähig sind, Gerüche so differenziert und selektiv wahrzunehmen, lassen wir uns von unseren Hunden in vielen Lebensbereichen gerne mit ihrem Talent helfen: So arbeiten Hunde beispielsweise als Drogensuchhunde, erschnüffeln Sprengstoffe oder helfen uns als Diagnostiksuchhunde, indem sie ihren wertvollen Beitrag bei der Krebsfrüherkennung leisten. Auch als Diabetiker-Warnhunde sind die Befellten unterwegs und zeigen - dank ihrer sensiblen Nasen - teilweise überraschend frühzeitig Hypoglykämie an.

Doch was ist mit unseren Haushunden? Im Gegensatz zu ihren "berufstätigen" Kollegen werden sie nicht gezielt darauf geschult, ihre Nasen so intensiv zu verwenden. In vielen Hundeschulen und Internetforen findet man tolle Ideen, um den eigenen Vierbeiner "intellektuell" zu fordern - und dazu gehört auch die Nasenarbeit.

 

Ist Mimi ein Nasentier?

In Mimis edler Abstammungslinie sind sowohl Terrier als auch Schnauzer zu vermuten. Beide Rassen sind für ihre Jagdbegeisterung bekannt und tatsächlich hatten und haben sowohl der Terrier als auch der Schnauzer Aufgaben, bei welchen sie sich auf ihre Nasen verlassen müssen. Wurde der Terrier  ursprünglich als Jagdhund gezüchtet und sollte Füchse und Dachse aus ihrem unterirdischen Bau treiben, so war es der Job des kleinen Schnauzers, die Ställe von Ratten und Mäusen frei zu halten. 

Tatsächlich habe ich bei Klein-Mimi ein großes Interesse an der Nasenarbeit erkannt, doch - wie so häufig - war der Faktor "Zeit" ein großes Problem. Wöchentliches Training, möglichst in einer Gruppe, mit fachlich-kompetenter Beratung,... Für uns einfach nicht realisierbar. Meine kleine Potpourri-Terrier-Dame soll ihre Leidenschaft aber ausleben dürfen. Eine einfache, praktizierbare Variante der Nasenarbeit musste also her! Und weil alle Hunde auf der großen weiten Welt einen Schnüffelteppich haben :), soll auch Klein-Mimi einen bekommen.

Die Herstellung ist wirklich simpel, kostengünstig, aber auch ein wenig zeitaufwändig. Doch die Mühe und der menschliche Arbeitseinsatz lohnen sich!


Der Schnüffelteppich

Als "Gerüst" für den Schnüffelteppich habe ich einen Teil aus einer Yoga-Matte geschnitten, die unbenutzt in der Garage lag. Natürlich könnt ihr auch alte Gästehandtücher, Spülbeckenmatten oder Tischsets verwenden. Eurer Fantasie sind keine Grenzen gesetzt. Für mich war wichtig, dass Mimi den Schnüffelteppich nicht wild durch das Haus schiebt, darum habe ich mich für die Gummimatte entschieden.

Außerdem braucht ihr noch eine scharfe (Stoff-)Schere, ein Maßband und eine Fleece-Decke. Ich hatte hier einige günstige Exemplare von einem schwedischen Möbelhersteller herumliegen und habe flugs eines davon verarbeitet. Da ihr Schlitze in die Matte schneiden müsst, braucht ihr weiters eine kleine, spitze Schere oder ihr macht es alternativ mit einem Teppichmesser (Achtung! Feste Unterlage verwenden) oder nehmt - wie ich - einen Nahttrenner.

Nun kann das fröhliche Schnippsel losgehen! Schneidet die Fleecedecke in schmale Bahnen und diese dann in Streifen. Meine fertigen Streifen hatten alle etwa eine Breite von 5 cm und eine Länge von 20 cm, aber das könnt ihr nach Lust und Laune variieren. 

Jetzt nehmt ihr eure Matte zur Hand und schneidet Schlitze hinein. Jeder Streifen braucht zwei Schlitze, die nebeneinander liegen, denn hier zieht ihr als nächstes die Streifen durch und macht auf der oberen Seite einen einfachen Knoten. Das Ganze sieht dann so aus:


Natürlich könnt ihr auch verschieden farbige Fleecedecken verwenden und abwechselnd einknoten, dann wird euer Schnüffelteppich zu einer bunten Schnüffelwiese. Zur Motivation: Das Einfädeln und Verknoten wird rasch zur Routine und geht nach und nach schneller. :)

Ist der Schnüffelteppich fertig, könnt ihr ihn aufschütteln und ihn dann mit Leckerlis bestücken. Ich habe ganz kleine Stücke genommen, damit Mimi ordentlich was zu tun hat. 

Der fertige Schnüffelteppich

Ich steck' einfach mal mein Näschen rein...

Schmatz! Ich hab' was gefunden...

Nachfüllen bitte!

Die Premiere des Schnüffelteppichs war ein Erfolg auf der ganzen Linie. Nachdem Mimi ihre Suche eingestellt hat, habe ich ihn hochgehoben und geschüttelt, um zu überprüfen, ob sie etwas übersehen hat. Pustekuchen! Die kleine Maus war sehr gründlich und hatte augenscheinlich sehr viel Spaß bei der Nasenarbeit.

Donnerstag, 6. März 2014

Schick in den Frühling


Die Schneeglöckchen sind schon beinahe verblüht, die Krokusse stecken ihre Köpfchen aus der Erde und Mimi...? Nun, Mimi ist ab sofort stilecht vor der drohenden Zeckengefahr geschützt. Von meinen Überlegungen und Recherchen zum Thema "Zeckenprophylaxe" habe ich euch ja bereits hier berichtet.


Alternative Zeckenprophylaxe

Da ich meinen kleinen Potpourri-Terrier nicht mit Chemie behandeln möchte, habe ich mich zu alternativen Methoden schlau gemacht. Die Auswahl ist - wie bei der traditionellen Zeckenvorsorge - unüberschaubar. Liest man die vielen Postings im Internet, dann scheint alles auf einen Nenner zuzulaufen: Probieren geht über studieren! Was soll es also für Mimi werden? Ein schmucke Bernsteinkette? Eine Fellparfümierung mit Kokosöl? Oder doch auf ein Knoblauch-Granulat als Futterbeisatz zurückgreifen? Da wird mir schon beim Gedanken an den Mimis drohenden Maulgeruch übel. Vielleicht sind Globuli einen Versuch wert? Angeblich soll man mit Coccus Cacti C 1000 überraschende Ergebnisse erzielen.

Letztlich fällt meine Wahl auf die EM-Keramik-Pipes. Ausschlaggebend dafür war unter anderem eine sehr glaubwürdige Empfehlung von Andrea, einer von Mimis Hundetrainerinnen. Ihr Australian Shepherd Rüde "Arkon" trägt ein EM-Schmuckband und ist in der letzten Saison von der Zeckenplage weitgehend verschont geblieben. Eine persönliche Empfehlung also, trotzdem sehe ich mir die Sache im Internet genauer an.


Einen Versuch wert?

"EM" steht für effektive Mikroorganismen und ist eine Idee, die in Japan geboren wurde. Das Konzept geht - so die Angaben des Herstellers - auf eine Entdeckung von Teruo Higa, seines Zeichens Professor für Gartenbau, zurück. Higa will herausgefunden haben, dass es im Boden drei Typen von Mikroorganismen geben soll, nämlich positive (aufbauende), negative (abbauende) und opportunistische Mirkoben. Higa und seine EM-Typen waren sehr fleißig und haben zahlreiche Produkte auf den Markt geworfen: für den landwirtschaftlichen Bereich, den Garten und den Haushalt. Auch im Gesundheitsbereich sollen die "Mikros" helfen - beispielsweise zur Stärkung des Immunsystems. An dieser Stelle soll nicht verschwiegen werden, dass die Wirkung der effektiven Mikroorganismen stark angezweifelt wird und wissenschaftlich nicht nachweisbar ist. Die Gegner haben einige sehr logische und überzeugende Argumente.

Umso interessanter, dass es trotzdem so viele Hundehalter gibt, die auf EM schwören, oder? Ich denke: Einen Versuch ist es wert, immerhin schadet es Klein-Mimi nicht. Beim Surfen fällt mir auf, dass "EM für Hunde" in der Schweiz ein besonderes Thema zu sein scheint. Hier finde ich viele unterschiedliche Anbieter, die wirklich hübsche Hundehalsbänder mit EM-Keramik-Pipes anbieten. Doch als ich die Preise und daraufhin die Versandkosten nach Österreich sehe, fallen mir fast die Augen aus dem Kopf. Das kann doch nicht stimmen? Doch, das stimmt so... Okay, das liegt definitiv nicht in unserem Budget. Neue Taktik - wie sieht's mit den Kosten bei DIY aus? Kurz überschlagen... Ja, das wäre machbar. Und so bestelle ich flugs ein Packerl EM-Keramik-Pipes bei Amazon, besorge mir Reepschnur und ein Schäkel in der Segelabteilung im Baumarkt meines Vertrauens und lege ein altes Welpenhalsband von Mimi bereit. Während ich (ungeduldig) auf die Lieferung warte, übe ich mit Paketschnur verschiedenen Makramee-Techniken.


EM-Makramee-Zeckenhalsbänder

Mein Setting: Material und Werkzeug
Ich möchte für Mimi kein Schmuckband, sondern ein festes Halsband anfertigen. Das ist für uns wichtig, da die Kleine immer mal wieder durch die Hecke und im Wald verschwindet (ja, wir haben ein kleines Abruf-Problem...) und sich bei ihren "Ausflügen" auf keinen Fall strangulieren soll. Im Internet gibt es ja viele Fotoanleitungen und Videos, meine Hauptinspirationsquellen waren die Shamballa-Anleitung auf Schmuck-Blog und das Survival-Armband-DIY von ausgeruestet.com.

 Nach einigen Anfangsschwierigkeiten und einem kompletten Fehlversuch gelingt es mir tatsächlich: Das schwarze EM-Halsband ist fertig und Mimi "darf" es sofort anprobieren! Und weil Madame ja etwas "zum Wechseln" braucht und ich gerade in Fahrt bin, entsteht auch gleich EM-Halsband Nummer 2.

Das sind also die Wunderdinger, die mich vor den Zecken schützen sollen?

Ganz im Ernst: Lass mich mein Schönheitsschläfchen genießen, okay?

Nun kann der Frühling wirklich kommen! Wir sind vorbereitet und vor allem gespannt, ob uns die Zecken heuer wirklich meiden werden.

Ganz schön anstrengend, das Model-Business!

Sonntag, 2. März 2014

Unsere Schmatzo-Brote


Was macht Frau mit Hund an einem verregneten, ersten Wochenende im März? Richtig! Wir decken uns mit selbstgemachten Hundekeksen ein. Heute stehen köstliche "Schmatzo-Brote" auf dem Speiseplan. Das Rezept ist eher zufällig (und aus Mangel an anderen Zutaten) entstanden und steht in Mimis persönlichem "Oberleckerli"-Ranking ganz weit oben.




Zutaten

220 g Maisgrieß (fein)
180 g Weizenmehl
  80 g Haferflocken
  55 g gemahlene Mandeln
    1 großes Ei
    2 Esslöffel Leinöl
375 ml warmes Wasser






Zubereitung

Die Herstellung des Teigs ist denkbar einfach: Alle Zutaten miteinander vermengen. :) Der Teig ist in diesem Stadium noch sehr "schlotzig". Weil Maisgrieß und Haferflocken die beigegebene Flüssigkeit erst aufnehmen müssen, ist nun der perfekte Zeitpunkt, um mit Mimi eine Runde im Ort zu drehen.

Zurück von unserer Gassirunde hat der Teig jetzt die richtige Konsistenz. An dieser Stelle greift mein persönlicher Assistent in das Geschehen ein, damit ich euch in aller Ruhe Fotos von den weiteren Arbeitsschritten machen kann. Bevor es ans Portionieren gehen kann, muss ein Blech mit Backpapier vorbereitet und in Reichweite gestellt werden. Dann wird der Teig in sieben gleich große Teile zu jeweils etwa 150 g aufgeteilt.

Sieben Schmatzo-Brote sollen es werden...

Die Teiglinge müssen nun in die richtige Form gebracht werden. Sie sollen letzten Endes wie zu groß geratene Fischstäbchen aussehen. Am besten nehmt ihr eine Palette zur Hilfe, dann geht die Arbeit gleich leichter von der Hand. Wichtig ist, dass ihr darauf achtet, dass alle sieben Schmatzo-Brote etwa gleich groß und vor allem gleich hoch sind, damit es beim späteren Backen keine bösen Überraschungen gibt. Apropros Backen: Nun ist die richtige Zeit, um den Backofen anzuwerfen! (Heißluft, 160 Grad)


Hund soll nicht vom Schmatzo-Brot abbeißen müssen, also werden wir im nächsten Arbeitsschritt die Bruchstellen festlegen. So können wir kleine und vor allem figurschonende Stückchen zur Belohnung abbrechen. Nehmt ein großes Messer zur Hand und drückt ganz vorsichtig zuerst eine vertikale Linie in den Teig. Passt aber auf, dass ihr nicht zu fest andrückt! Dann folgen die horizontalen Linien und schon sind wir mit den Bruchstellen fertig.

Zuerst erhält jedes Brot einen Längsbruch...

... dann ganz vorsichtig quer mehrfach einschneiden.

Voilá! Nun geht's ab ins Rohr.

Nun ist es an der Zeit, die Schmatzo-Brote ins Rohr zu schieben. Ich backe sie zuerst 15 Minuten bei 160 Grad Heißluft vor und erhöhe dann die Temperatur auf 180 Grad. Nun heißt es noch etwa 20-25 Minuten warten und schon sind die Leckerlis fertig! Das ist der Moment, in dem Klein-Mimi verstanden hat, dass ich den ganzen Aufwand für sie betreibe. Von nun an folgt sie mir auf Schritt und Tritt, aber selbstverständlich müssen die Schmatzo-Brote noch richtig abkühlen. Da hilft kein Betteln, Jammer und kein herzallerliebster Hundeblick - hier bleibt Frauchen hart! Wir wollen doch auf keinen Fall Magenschmerzen provozieren.


Zum Abschluss noch ein wichtiger Hinweis: Die Schmatzo-Brote sind bei uns begehrtes Oberleckerli, dementsprechend kurz ist ihre Lebensdauer. Ich kann deshalb keine Angaben zur Mindesthaltbarkeitsdauer machen. Bitte unbedingt kühl und trocken lagern!

Wir wünschen euch viel Spaß beim Nachbacken!

Dienstag, 25. Februar 2014

Frühlingsboten und kleine Blutsauger...

Während die Temperaturen langsam steigen und die Sonne die letzten Schneereste schmilzt, beginnt in den verschiedenen Hundeforen eine jahrestypische Diskussion. Denn auf die ersten Vorboten des Frühlings folgen auch die kleinen blutsaugenden Biester, die unsere Vierbeiner Jahr für Jahr aufs Neue quälen. Die Rede ist von der "gemeinen" Zecke.

Lerne deinen Feind kennen :)

Die Zecke wird den Milben zugeordnet und ernährt sich ausschließlich vom Blut ihres Wirts. Heute sind über 850 Zeckenarten bekannt, von denen vor allem der Holzbock und die Auwaldzecke für uns Hundehalter relevant sind. Doch auch jene Zecken, die eigentlich wärmere Klimazonen bevorzugen, sind langsam auf dem Vormarsch, wie etwa die Braune Hundezecke, die Igelzecke oder die Fuchszecke.

Der gemeine Holzbock (Ixodes ricinus)
http://de.wikipedia.org/wiki/Gemeiner_Holzbock


Das Märchen von der Zecke, die im dunklen Wald auf Bäumen ausharrt und sich im günstigen Moment fallen lässt, ist längst enttarnt. Heute wissen wir, dass die Zecken je nach Art eine Strategie verfolgen, um einen schmackhaften Wirt zu finden: Die jagende Zecke ist - wie es der Name vermuten lässt - aktiv auf der Suche nach einem Wirt, während die lauernde Zecke auf einer niedrig wachsenden Pflanze ihren Posten bezieht. Bewegt sich ein Hund beispielsweise durch das hohe Gras und berührt den Blutsauger, dann ist die Stunde der Zecke gekommen: Sie hält sich an ihrem Wirt fest, arbeitet sich zu einem optimalen Saugplatz vor und beginnt ihr böses Werk.


Unterschätzte Gefahr oder reine Panikmache?

Die Auwaldzecke (Dermacentor reticulatus)
http://de.wikipedia.org/wiki/Auwaldzecke
Nun kennen wir das Jagdverhalten der Biester, aber wie ernst sollen wir die jährliche Zeckendiskussion überhaupt nehmen? Oder wie mein Opa sagen würde: "Unser Hunde haben damals auch Zecken gehabt und keiner ist dran gestorben". Sind die kleinen Blutsauger eine unterschätzte Gefahr oder sind die wiederkehrenden Aufrufe zur Zeckenprophylaxe beim Hund nur geschickte Geldmache der Konzerne?

Während Klein-Mimi ihr erstes Sonnenbad auf der Couch genießt und keinen Gedanken an die drohende Zeckengefahrt verliert, recherchiere ich im Internet. Was ich finde, lässt mich schwer schlucken. Die blutsaugenden Monster können Krankheiten auf den Hund übertragen, von deren Auswirkungen mir ganz schlecht wird: Neben der bekannten Borreliose können sie unsere Lieblinge auch mit Hundemalaria und Zeckenfieber infizieren und während ich mich durch die Symptome und Krankheitsverläufe klicke, wird mir erst richtig klar, dass ich diese worst-case-Szenarien dringend vermeiden muss.

Ja, ich hab ein Körbchen. Aber auf der Couch liegt es sich einfach viel bequemer...

 

Und nun?

"Vorbereitung ist das halbe Leben" pflegte einer meiner ehemaligen Lehrer gebetsmühlenartig zu predigen und tatsächlich möchte ich für die anstehende Zeckensaison bestens vorbereitet sein - Mimi zu Liebe! Doch wie hält Hund sich die garstigen Viecher möglichst effektiv vom Leib? Die Tierärzte und der Handel bieten zwischenzeitlich eine unfassbare Menge an Produkten zur Zeckenprophylaxe an. Die einen nutzen traditionelle Methoden wie Zeckenhalsbänder oder Spot-on-Präparate, die anderen versuchen es alternativ mit pflanzlichen Mitteln, sie schmücken die Vierbeiner mit Bernsteinketten oder reiben sie mit Knoblauch oder Kokosöl ein. Wie soll man da durchblicken? Und wofür soll man sich entscheiden?


Definitiv einen Blick wert - die Zeckenkarte

Der persönliche Lebensraum sollte in die Entscheidung für oder gegen eine bestimmte Art der Zeckenprophylaxe miteinbezogen werden: Je nachdem wo Hund lebt, ist die Gefahr, gebissen und infiziert zu werden, höher oder geringer. Zudem trägt der Klimawandel seinen Scherflein bei: Die Winter werden immer milder und Zeckenarten, die bisher vor allem im Mittelmeerraum ihr Unwesen getrieben haben, breiten sich in unseren Gefilden aus. Und: Sie haben neue Krankheiten im Gepäck.

Auf http://zecken.at/fsme/verbreitungsgebiete/ gibt es eine aufschlussreiche, interaktive Karte zu den Verbreitungsgebieten der Zecken. Hier sind die gesammelten Forschungsergebnisse des Departments für Virologie der Uni Wien und der Hygiene-Institute der Universitäten Graz und Innsbruck gesammelt. Auf jeden Fall einen Blick wert!


(K)ein Fazit...

Letztlich muss jeder Hundehalter selbst entscheiden, welchen Weg er mit seiner Fellnase gehen will.  Jedes Mittel wirkt unterschiedlich und nicht bei jedem Hund gleich gut. Auf gut deutsch: Es gibt keine perfekte, allgemeingültige Lösung.

Doch was heißt das nun für Mimi und mich? Chemiekeule oder doch pflanzliche Alternative? Spot-on oder lieber Halsband? Die endgültige Entscheidung ist noch nicht gefallen, aber viel Zeit können wir uns nicht mehr lassen: Immerhin haben die blutsaugenden Tiere von Frühlingsanfang bis in den späten Herbst Saison.

Wir halten euch auf dem Laufenden und wünschen euch bis dahin eine zeckenbissfreie Zeit!