Der Hund ist ein Nasentier.
Dass unsere befellten Vierbeiner ganz außergewöhnliche Nasen haben, ist längst nichts Neues. In einem wahren Riechlabyrinth sind über 100 cm³ Riechschleimhaut verteilt - wir Menschen können lediglich 5 cm³ aufbieten! Und weil wir unfähig sind, Gerüche so differenziert und selektiv wahrzunehmen, lassen wir uns von unseren Hunden in vielen Lebensbereichen gerne mit ihrem Talent helfen: So arbeiten Hunde beispielsweise als Drogensuchhunde, erschnüffeln Sprengstoffe oder helfen uns als Diagnostiksuchhunde, indem sie ihren wertvollen Beitrag bei der Krebsfrüherkennung leisten. Auch als Diabetiker-Warnhunde sind die Befellten unterwegs und zeigen - dank ihrer sensiblen Nasen - teilweise überraschend frühzeitig Hypoglykämie an.
Doch was ist mit unseren Haushunden? Im Gegensatz zu ihren "berufstätigen" Kollegen werden sie nicht gezielt darauf geschult, ihre Nasen so intensiv zu verwenden. In vielen Hundeschulen und Internetforen findet man tolle Ideen, um den eigenen Vierbeiner "intellektuell" zu fordern - und dazu gehört auch die Nasenarbeit.
Ist Mimi ein Nasentier?
In Mimis edler Abstammungslinie sind sowohl Terrier als auch Schnauzer zu vermuten. Beide Rassen sind für ihre Jagdbegeisterung bekannt und tatsächlich hatten und haben sowohl der Terrier als auch der Schnauzer Aufgaben, bei welchen sie sich auf ihre Nasen verlassen müssen. Wurde der Terrier ursprünglich als Jagdhund gezüchtet und sollte Füchse und Dachse aus ihrem unterirdischen Bau treiben, so war es der Job des kleinen Schnauzers, die Ställe von Ratten und Mäusen frei zu halten.
Tatsächlich habe ich bei Klein-Mimi ein großes Interesse an der Nasenarbeit erkannt, doch - wie so häufig - war der Faktor "Zeit" ein großes Problem. Wöchentliches Training, möglichst in einer Gruppe, mit fachlich-kompetenter Beratung,... Für uns einfach nicht realisierbar. Meine kleine Potpourri-Terrier-Dame soll ihre Leidenschaft aber ausleben dürfen. Eine einfache, praktizierbare Variante der Nasenarbeit musste also her! Und weil alle Hunde auf der großen weiten Welt einen Schnüffelteppich haben :), soll auch Klein-Mimi einen bekommen.
Die Herstellung ist wirklich simpel, kostengünstig, aber auch ein wenig zeitaufwändig. Doch die Mühe und der menschliche Arbeitseinsatz lohnen sich!
Der Schnüffelteppich
Als "Gerüst" für den Schnüffelteppich habe ich einen Teil aus einer Yoga-Matte geschnitten, die unbenutzt in der Garage lag. Natürlich könnt ihr auch alte Gästehandtücher, Spülbeckenmatten oder Tischsets verwenden. Eurer Fantasie sind keine Grenzen gesetzt. Für mich war wichtig, dass Mimi den Schnüffelteppich nicht wild durch das Haus schiebt, darum habe ich mich für die Gummimatte entschieden.
Außerdem braucht ihr noch eine scharfe (Stoff-)Schere, ein Maßband und eine Fleece-Decke. Ich hatte hier einige günstige Exemplare von einem schwedischen Möbelhersteller herumliegen und habe flugs eines davon verarbeitet. Da ihr Schlitze in die Matte schneiden müsst, braucht ihr weiters eine kleine, spitze Schere oder ihr macht es alternativ mit einem Teppichmesser (Achtung! Feste Unterlage verwenden) oder nehmt - wie ich - einen Nahttrenner.
Nun kann das fröhliche Schnippsel losgehen! Schneidet die Fleecedecke in schmale Bahnen und diese dann in Streifen. Meine fertigen Streifen hatten alle etwa eine Breite von 5 cm und eine Länge von 20 cm, aber das könnt ihr nach Lust und Laune variieren.
Jetzt nehmt ihr eure Matte zur Hand und schneidet Schlitze hinein. Jeder Streifen braucht zwei Schlitze, die nebeneinander liegen, denn hier zieht ihr als nächstes die Streifen durch und macht auf der oberen Seite einen einfachen Knoten. Das Ganze sieht dann so aus:
Natürlich könnt ihr auch verschieden farbige Fleecedecken verwenden und
abwechselnd einknoten, dann wird euer Schnüffelteppich zu einer bunten
Schnüffelwiese. Zur Motivation: Das Einfädeln und Verknoten wird rasch zur Routine und geht nach und nach schneller. :)
Ist der Schnüffelteppich fertig, könnt ihr ihn aufschütteln und ihn dann mit Leckerlis bestücken. Ich habe ganz kleine Stücke genommen, damit Mimi ordentlich was zu tun hat.
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| Der fertige Schnüffelteppich |
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| Ich steck' einfach mal mein Näschen rein... |
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| Schmatz! Ich hab' was gefunden... |
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| Nachfüllen bitte! |
Die Premiere des Schnüffelteppichs war ein Erfolg auf der ganzen Linie. Nachdem Mimi ihre Suche eingestellt hat, habe ich ihn hochgehoben und geschüttelt, um zu überprüfen, ob sie etwas übersehen hat. Pustekuchen! Die kleine Maus war sehr gründlich und hatte augenscheinlich sehr viel Spaß bei der Nasenarbeit.