Freitag, 14. März 2014

Mimis Schnüffelteppich



Der Hund ist ein Nasentier. 

Dass unsere befellten Vierbeiner ganz außergewöhnliche Nasen haben, ist längst nichts Neues. In einem wahren Riechlabyrinth sind über 100 cm³ Riechschleimhaut verteilt - wir Menschen können lediglich 5 cm³ aufbieten! Und weil wir unfähig sind, Gerüche so differenziert und selektiv wahrzunehmen, lassen wir uns von unseren Hunden in vielen Lebensbereichen gerne mit ihrem Talent helfen: So arbeiten Hunde beispielsweise als Drogensuchhunde, erschnüffeln Sprengstoffe oder helfen uns als Diagnostiksuchhunde, indem sie ihren wertvollen Beitrag bei der Krebsfrüherkennung leisten. Auch als Diabetiker-Warnhunde sind die Befellten unterwegs und zeigen - dank ihrer sensiblen Nasen - teilweise überraschend frühzeitig Hypoglykämie an.

Doch was ist mit unseren Haushunden? Im Gegensatz zu ihren "berufstätigen" Kollegen werden sie nicht gezielt darauf geschult, ihre Nasen so intensiv zu verwenden. In vielen Hundeschulen und Internetforen findet man tolle Ideen, um den eigenen Vierbeiner "intellektuell" zu fordern - und dazu gehört auch die Nasenarbeit.

 

Ist Mimi ein Nasentier?

In Mimis edler Abstammungslinie sind sowohl Terrier als auch Schnauzer zu vermuten. Beide Rassen sind für ihre Jagdbegeisterung bekannt und tatsächlich hatten und haben sowohl der Terrier als auch der Schnauzer Aufgaben, bei welchen sie sich auf ihre Nasen verlassen müssen. Wurde der Terrier  ursprünglich als Jagdhund gezüchtet und sollte Füchse und Dachse aus ihrem unterirdischen Bau treiben, so war es der Job des kleinen Schnauzers, die Ställe von Ratten und Mäusen frei zu halten. 

Tatsächlich habe ich bei Klein-Mimi ein großes Interesse an der Nasenarbeit erkannt, doch - wie so häufig - war der Faktor "Zeit" ein großes Problem. Wöchentliches Training, möglichst in einer Gruppe, mit fachlich-kompetenter Beratung,... Für uns einfach nicht realisierbar. Meine kleine Potpourri-Terrier-Dame soll ihre Leidenschaft aber ausleben dürfen. Eine einfache, praktizierbare Variante der Nasenarbeit musste also her! Und weil alle Hunde auf der großen weiten Welt einen Schnüffelteppich haben :), soll auch Klein-Mimi einen bekommen.

Die Herstellung ist wirklich simpel, kostengünstig, aber auch ein wenig zeitaufwändig. Doch die Mühe und der menschliche Arbeitseinsatz lohnen sich!


Der Schnüffelteppich

Als "Gerüst" für den Schnüffelteppich habe ich einen Teil aus einer Yoga-Matte geschnitten, die unbenutzt in der Garage lag. Natürlich könnt ihr auch alte Gästehandtücher, Spülbeckenmatten oder Tischsets verwenden. Eurer Fantasie sind keine Grenzen gesetzt. Für mich war wichtig, dass Mimi den Schnüffelteppich nicht wild durch das Haus schiebt, darum habe ich mich für die Gummimatte entschieden.

Außerdem braucht ihr noch eine scharfe (Stoff-)Schere, ein Maßband und eine Fleece-Decke. Ich hatte hier einige günstige Exemplare von einem schwedischen Möbelhersteller herumliegen und habe flugs eines davon verarbeitet. Da ihr Schlitze in die Matte schneiden müsst, braucht ihr weiters eine kleine, spitze Schere oder ihr macht es alternativ mit einem Teppichmesser (Achtung! Feste Unterlage verwenden) oder nehmt - wie ich - einen Nahttrenner.

Nun kann das fröhliche Schnippsel losgehen! Schneidet die Fleecedecke in schmale Bahnen und diese dann in Streifen. Meine fertigen Streifen hatten alle etwa eine Breite von 5 cm und eine Länge von 20 cm, aber das könnt ihr nach Lust und Laune variieren. 

Jetzt nehmt ihr eure Matte zur Hand und schneidet Schlitze hinein. Jeder Streifen braucht zwei Schlitze, die nebeneinander liegen, denn hier zieht ihr als nächstes die Streifen durch und macht auf der oberen Seite einen einfachen Knoten. Das Ganze sieht dann so aus:


Natürlich könnt ihr auch verschieden farbige Fleecedecken verwenden und abwechselnd einknoten, dann wird euer Schnüffelteppich zu einer bunten Schnüffelwiese. Zur Motivation: Das Einfädeln und Verknoten wird rasch zur Routine und geht nach und nach schneller. :)

Ist der Schnüffelteppich fertig, könnt ihr ihn aufschütteln und ihn dann mit Leckerlis bestücken. Ich habe ganz kleine Stücke genommen, damit Mimi ordentlich was zu tun hat. 

Der fertige Schnüffelteppich

Ich steck' einfach mal mein Näschen rein...

Schmatz! Ich hab' was gefunden...

Nachfüllen bitte!

Die Premiere des Schnüffelteppichs war ein Erfolg auf der ganzen Linie. Nachdem Mimi ihre Suche eingestellt hat, habe ich ihn hochgehoben und geschüttelt, um zu überprüfen, ob sie etwas übersehen hat. Pustekuchen! Die kleine Maus war sehr gründlich und hatte augenscheinlich sehr viel Spaß bei der Nasenarbeit.

Donnerstag, 6. März 2014

Schick in den Frühling


Die Schneeglöckchen sind schon beinahe verblüht, die Krokusse stecken ihre Köpfchen aus der Erde und Mimi...? Nun, Mimi ist ab sofort stilecht vor der drohenden Zeckengefahr geschützt. Von meinen Überlegungen und Recherchen zum Thema "Zeckenprophylaxe" habe ich euch ja bereits hier berichtet.


Alternative Zeckenprophylaxe

Da ich meinen kleinen Potpourri-Terrier nicht mit Chemie behandeln möchte, habe ich mich zu alternativen Methoden schlau gemacht. Die Auswahl ist - wie bei der traditionellen Zeckenvorsorge - unüberschaubar. Liest man die vielen Postings im Internet, dann scheint alles auf einen Nenner zuzulaufen: Probieren geht über studieren! Was soll es also für Mimi werden? Ein schmucke Bernsteinkette? Eine Fellparfümierung mit Kokosöl? Oder doch auf ein Knoblauch-Granulat als Futterbeisatz zurückgreifen? Da wird mir schon beim Gedanken an den Mimis drohenden Maulgeruch übel. Vielleicht sind Globuli einen Versuch wert? Angeblich soll man mit Coccus Cacti C 1000 überraschende Ergebnisse erzielen.

Letztlich fällt meine Wahl auf die EM-Keramik-Pipes. Ausschlaggebend dafür war unter anderem eine sehr glaubwürdige Empfehlung von Andrea, einer von Mimis Hundetrainerinnen. Ihr Australian Shepherd Rüde "Arkon" trägt ein EM-Schmuckband und ist in der letzten Saison von der Zeckenplage weitgehend verschont geblieben. Eine persönliche Empfehlung also, trotzdem sehe ich mir die Sache im Internet genauer an.


Einen Versuch wert?

"EM" steht für effektive Mikroorganismen und ist eine Idee, die in Japan geboren wurde. Das Konzept geht - so die Angaben des Herstellers - auf eine Entdeckung von Teruo Higa, seines Zeichens Professor für Gartenbau, zurück. Higa will herausgefunden haben, dass es im Boden drei Typen von Mikroorganismen geben soll, nämlich positive (aufbauende), negative (abbauende) und opportunistische Mirkoben. Higa und seine EM-Typen waren sehr fleißig und haben zahlreiche Produkte auf den Markt geworfen: für den landwirtschaftlichen Bereich, den Garten und den Haushalt. Auch im Gesundheitsbereich sollen die "Mikros" helfen - beispielsweise zur Stärkung des Immunsystems. An dieser Stelle soll nicht verschwiegen werden, dass die Wirkung der effektiven Mikroorganismen stark angezweifelt wird und wissenschaftlich nicht nachweisbar ist. Die Gegner haben einige sehr logische und überzeugende Argumente.

Umso interessanter, dass es trotzdem so viele Hundehalter gibt, die auf EM schwören, oder? Ich denke: Einen Versuch ist es wert, immerhin schadet es Klein-Mimi nicht. Beim Surfen fällt mir auf, dass "EM für Hunde" in der Schweiz ein besonderes Thema zu sein scheint. Hier finde ich viele unterschiedliche Anbieter, die wirklich hübsche Hundehalsbänder mit EM-Keramik-Pipes anbieten. Doch als ich die Preise und daraufhin die Versandkosten nach Österreich sehe, fallen mir fast die Augen aus dem Kopf. Das kann doch nicht stimmen? Doch, das stimmt so... Okay, das liegt definitiv nicht in unserem Budget. Neue Taktik - wie sieht's mit den Kosten bei DIY aus? Kurz überschlagen... Ja, das wäre machbar. Und so bestelle ich flugs ein Packerl EM-Keramik-Pipes bei Amazon, besorge mir Reepschnur und ein Schäkel in der Segelabteilung im Baumarkt meines Vertrauens und lege ein altes Welpenhalsband von Mimi bereit. Während ich (ungeduldig) auf die Lieferung warte, übe ich mit Paketschnur verschiedenen Makramee-Techniken.


EM-Makramee-Zeckenhalsbänder

Mein Setting: Material und Werkzeug
Ich möchte für Mimi kein Schmuckband, sondern ein festes Halsband anfertigen. Das ist für uns wichtig, da die Kleine immer mal wieder durch die Hecke und im Wald verschwindet (ja, wir haben ein kleines Abruf-Problem...) und sich bei ihren "Ausflügen" auf keinen Fall strangulieren soll. Im Internet gibt es ja viele Fotoanleitungen und Videos, meine Hauptinspirationsquellen waren die Shamballa-Anleitung auf Schmuck-Blog und das Survival-Armband-DIY von ausgeruestet.com.

 Nach einigen Anfangsschwierigkeiten und einem kompletten Fehlversuch gelingt es mir tatsächlich: Das schwarze EM-Halsband ist fertig und Mimi "darf" es sofort anprobieren! Und weil Madame ja etwas "zum Wechseln" braucht und ich gerade in Fahrt bin, entsteht auch gleich EM-Halsband Nummer 2.

Das sind also die Wunderdinger, die mich vor den Zecken schützen sollen?

Ganz im Ernst: Lass mich mein Schönheitsschläfchen genießen, okay?

Nun kann der Frühling wirklich kommen! Wir sind vorbereitet und vor allem gespannt, ob uns die Zecken heuer wirklich meiden werden.

Ganz schön anstrengend, das Model-Business!

Sonntag, 2. März 2014

Unsere Schmatzo-Brote


Was macht Frau mit Hund an einem verregneten, ersten Wochenende im März? Richtig! Wir decken uns mit selbstgemachten Hundekeksen ein. Heute stehen köstliche "Schmatzo-Brote" auf dem Speiseplan. Das Rezept ist eher zufällig (und aus Mangel an anderen Zutaten) entstanden und steht in Mimis persönlichem "Oberleckerli"-Ranking ganz weit oben.




Zutaten

220 g Maisgrieß (fein)
180 g Weizenmehl
  80 g Haferflocken
  55 g gemahlene Mandeln
    1 großes Ei
    2 Esslöffel Leinöl
375 ml warmes Wasser






Zubereitung

Die Herstellung des Teigs ist denkbar einfach: Alle Zutaten miteinander vermengen. :) Der Teig ist in diesem Stadium noch sehr "schlotzig". Weil Maisgrieß und Haferflocken die beigegebene Flüssigkeit erst aufnehmen müssen, ist nun der perfekte Zeitpunkt, um mit Mimi eine Runde im Ort zu drehen.

Zurück von unserer Gassirunde hat der Teig jetzt die richtige Konsistenz. An dieser Stelle greift mein persönlicher Assistent in das Geschehen ein, damit ich euch in aller Ruhe Fotos von den weiteren Arbeitsschritten machen kann. Bevor es ans Portionieren gehen kann, muss ein Blech mit Backpapier vorbereitet und in Reichweite gestellt werden. Dann wird der Teig in sieben gleich große Teile zu jeweils etwa 150 g aufgeteilt.

Sieben Schmatzo-Brote sollen es werden...

Die Teiglinge müssen nun in die richtige Form gebracht werden. Sie sollen letzten Endes wie zu groß geratene Fischstäbchen aussehen. Am besten nehmt ihr eine Palette zur Hilfe, dann geht die Arbeit gleich leichter von der Hand. Wichtig ist, dass ihr darauf achtet, dass alle sieben Schmatzo-Brote etwa gleich groß und vor allem gleich hoch sind, damit es beim späteren Backen keine bösen Überraschungen gibt. Apropros Backen: Nun ist die richtige Zeit, um den Backofen anzuwerfen! (Heißluft, 160 Grad)


Hund soll nicht vom Schmatzo-Brot abbeißen müssen, also werden wir im nächsten Arbeitsschritt die Bruchstellen festlegen. So können wir kleine und vor allem figurschonende Stückchen zur Belohnung abbrechen. Nehmt ein großes Messer zur Hand und drückt ganz vorsichtig zuerst eine vertikale Linie in den Teig. Passt aber auf, dass ihr nicht zu fest andrückt! Dann folgen die horizontalen Linien und schon sind wir mit den Bruchstellen fertig.

Zuerst erhält jedes Brot einen Längsbruch...

... dann ganz vorsichtig quer mehrfach einschneiden.

Voilá! Nun geht's ab ins Rohr.

Nun ist es an der Zeit, die Schmatzo-Brote ins Rohr zu schieben. Ich backe sie zuerst 15 Minuten bei 160 Grad Heißluft vor und erhöhe dann die Temperatur auf 180 Grad. Nun heißt es noch etwa 20-25 Minuten warten und schon sind die Leckerlis fertig! Das ist der Moment, in dem Klein-Mimi verstanden hat, dass ich den ganzen Aufwand für sie betreibe. Von nun an folgt sie mir auf Schritt und Tritt, aber selbstverständlich müssen die Schmatzo-Brote noch richtig abkühlen. Da hilft kein Betteln, Jammer und kein herzallerliebster Hundeblick - hier bleibt Frauchen hart! Wir wollen doch auf keinen Fall Magenschmerzen provozieren.


Zum Abschluss noch ein wichtiger Hinweis: Die Schmatzo-Brote sind bei uns begehrtes Oberleckerli, dementsprechend kurz ist ihre Lebensdauer. Ich kann deshalb keine Angaben zur Mindesthaltbarkeitsdauer machen. Bitte unbedingt kühl und trocken lagern!

Wir wünschen euch viel Spaß beim Nachbacken!