Samstag, 28. Juni 2014

We are the champions!

Nachdem ich mich Anfang des Monats zum Gespött des gesamten Hotels gemacht hatte, war es gestern Zeit für eine Revanche. Die Turrach hatte uns einmal abgeschüttelt, ein zweites Mal sollte ihr das nicht gelingen. Statt den Aufstieg alleine zu wagen, hatten Mimi und ich diesmal Unterstützung: die Geschäftsführung und alle Abteilungsleitungen des Hotels waren mit von der Partie.


Um halb 11 ging die fröhliche Wanderung los. Zwar nicht bei optimalen Wetter - ein kühler Wind blies uns ums Näschen -, aber die gute Stimmung in der Gruppe machte die Kälte rasch vergessen. Wenn ich ganz ehrlich bin, war ich ein bisschen eingeschüchtert. Wie es unser Gruppenfoto bereits erahnen lässt, hatten alle mehr oder weniger reichlich Wandererfahrung. Und mitten drinnen ich, als komplettes Greenhorn.


Ich will nichts schönreden: Der Barbara-Weg war beschwerlich - zumindest für mich. Mehr als einmal wäre ich am liebsten auf der Stelle umgekehrt. Aber ich habe tapfer durchgehalten und wurde mit einer herrlichen Landschaft und einer gigantischen Sicht belohnt. Nachdem ich sicher war, dass kein Weidevieh in der Nähe war, durfte Mimi von der Leine und war sofort in ihrem Element. Mit fliegenden Beinen ging es über Stock und Stein, am Wasserlauf wurde wild mit der Golden Retriever Dame Ronja gespielt, die wir auf unserem Weg zum Gipfel kennen gelernt hatten. Beeindruckend war, dass Mimi nie den Sichtkontakt zum "Rudel" verloren hat. Sie war immer ganz vorne an der Spitze dabei und hat sich an den "Rudelführern" orientiert. Wie selbstverständlich hat sie das Spiel mit Ronja abgebrochen, um den Anschluss an die Gruppe nicht zu verlieren.



321 Höhenmeter

Unsere Tour begann auf 1.763 Metern und führte uns hinauf zum 3-Seen-Aussichtspunkt, der auf 2.084 Metern liegt. Für unsere Mühen und die Strapazen des Aufstieges wurden wir wirklich belohnt. Kaum ganz oben angekommen, riss die Nebeldecke kurz auf und gewährte uns einen herrlichen Blick auf den Turracher See.



AlmZeitHütte

Von diesem Punkt aus konnte man nun auch das Ziel unserer Reise sehen: Die AlmZeitHütte. Mein kleines Potpourri-Terrier-Mädel liebt die beiden Geschäftsführer der urigen Hütte abgöttisch: Thomas Kohlendorfer und Bernhard Wallner machen nicht nur einen großartigen Job, sie haben auch ein großes Herz für meine kleine Maus. Dementsprechend war Mimi beim Abstieg zur Hütte kaum zu halten und wurde mit großem Hallo begrüßt.  


Ein köstlicher Kaiserschmarrn und beste Hüttenlaune versüßten unseren Gipfelsieg. Aber ganz ehrlich? Das Schönste an diesem Tag war das Glück in Mimis Hundeaugen. Sie hat unseren Ausflug wirklich aus ganzer Seele genossen und diese Wanderung soll definitiv nicht unsere letzte gewesen sein...

Montag, 9. Juni 2014

Mimi, Barbara und der Krampus



Heute morgen am Küchenstammtisch haben Mimi und ich für großes Gelächter gesorgt. Anwesend: alles eingefleischte "Bergler", die wohl schon gewandert sind, bevor sie den Windeln entwachsen waren. Und auf der anderen Seite ich: ein typisches "See-Kind", das zwar gerne spaziert, aber keine großen Wandererfahrungen vorzuweisen hat.


Der Barbara-Weg

Gesprächsthema Nummer 1 war unser gestriger Versuch, den Barbaraweg zu erklimmen. Im Internet und in diversen Prospekten wird er als "mittlerer" Panoramaweg beschrieben, die "Geh"-Dauer sollte angeblich zwei Stunden betragen. Belohnt wird man mit einem nahezu magischen Blick auf die drei Seen-Landschaft der Turrach. Genau das Richtige für mich und die kleine Mimi, also machten wir uns gut gelaunt, frohen Mutes und mit der Kamera bewaffnet auf den Weg.



Und tatsächlich zeigte sich die Turrach von ihrer allerschönsten Seite. Strahlender Sonnenschein und kaum ein Wölkchen am Himmel. Dazu unglaubliche, sommerliche Temperaturen und lediglich ein leichter Windhauch - das Wetter war für unser Vorhaben, den Berg zu bezwingen, wirklich perfekt. Auf unserem Weg Richtung Gipfel begegneten uns mehrere ältere Ehepaare, alle in bester Wanderausrüstung und mit Wanderstöcken bewaffnet.


                    

Außer Puste...

Was als launiger Ausflug begann, wurde für mich rasch zur körperlichen Bewährungsprobe. Hatte Mimi keine Probleme mit der Luft, so ging mir nach einer Dreiviertelstunde langsam die Puste aus - Trainingszustand von Frauchen: "nicht genügend"! Wie machen die Senioren das? Die sehen alle so ausgeruht und entspannt aus... Selbst der Zwischenstopp auf einer der entzückenden Bänke, die allerorts zu finden waren, konnte nicht helfen - dieser Gipfel blieb für uns (vorerst) unerreichbar.


Alm-Krampus

Kennt ihr das Gefühl? Wenn am 5. Dezember die Krampusse ihr Unwesen treiben, vertraue ich immer auf meine Ohren. Bin ich in der Stadt unterwegs, achte ich genau darauf, ob ich irgendwo Glocken höre, welche die finsteren Gesellen schon von weitem ankündigen. Mein Herz schlägt dann schneller und ich versuche, die Wege der Krampusse und Perchten möglichst zu meiden. Nun, das gleiche Gefühl hatten Mimi und ich auf der Alm. Sensibilisiert durch das Prospekt "Fit fürs Kuh-Rendezvous?" (hier findet ihr nähere Infos), war ich gehörtechnisch auf der Lauer. Und als wir dann noch die Hinweistafel entdeckten, war ich aufs Höchste alarmiert.



Während Mimi fröhlich durch die Botanik hüpft und springt, versuche ich zu eruieren, woher denn plötzlich die Kuhglocken kommen. Wie nahe sind die "Mutterkühe"? Zum Glück war alle Vorsicht unnötig, kein Weidevieh kreuzte unseren Weg.


Memo an mich...

Ein wenig frustriert ob meiner miesen Fitness machten wir uns an den Abstieg. Fühlte sich der Aufstieg an, als wären wir Stunden unterwegs gewesen, so ging es runter dann ganz schnell. Ratzfatz waren wir wieder an unserem Ausgangspunkt angelangt. Und obwohl wir es nicht bis ganz nach oben geschafft haben, gönnten wir uns zum Ausklang eine kleine kulinarische Auszeit am Ufer des Turracher Sees. Was Mimi und ich gelernt haben? Das Potpourri-Terrier-Mädel ist in bester Kondition - ich leider nicht. Wenn wir das nächste Mal "wandern" gehen, müssen wir unbedingt für Marschverpflegung und ausreichend Getränke sorgen. Ganz wichtig: Sonnencreme mit hohem Lichtschutzfaktor nicht vergessen. Und: Wir nehmen eine Wanderkarte, oder noch besser: einen Almbutler!, mit auf die Runde...