Montag, 5. September 2016

Ein filmisches Geschenk

Was hat ein Kurzfilm mit dem Titel "Gift" auf einem Hunde-Blog verloren? Ist so ein Beitrag überhaupt klickenswert? Entscheidet selbst...



Der Kurzfilm ist eine Produktion der DeadLens Pictures, die sich darauf spezialisiert haben, Kurz- und Werbefilme sowie Musikvideos für TV und Web zu entwickeln und zu produzieren. Mit "Gift" ist ihnen ein ein richtiger Clou gelungen: Das Video wurde am 13. April 2015 auf YouTube online gestellt und kann bisher 11.778.102 Aufrufe (Stand: 5. September 2016) verzeichnen.

Verantwortung - ein Leben lang!

Heather, so der Name des vierbeinigen Stars der Produktion, hat mich mit ihrem Auftritt zu Tränen gerührt. "Gift" ist eine eindrucksvolle Inszenierung, die ihresgleichen sucht, und wird hoffentlich viele Menschen zum Nachdenken bewegen.

In diesem Sinne: Adopt, don't shop! Aber bitte vergesst nie die lebenslange Verantwortung, die ihr mit einer Adoption übernehmt.

Sonntag, 31. Januar 2016

Mimi goes Hollywood - oder doch nicht?

Dass Klein-Mimi das Zeug zum Testimonial hat, konnte sie im Vorjahr bereits lebhaft unter Beweis stellen. Klar, sie ist nicht "Uggie" aus The Artist, aber 1.210 Aufrufe eines Online-Videos sprechen doch für sich, oder? Weil aber der unreflektierte Besitzerstolz das objektive Urteil oft trügt, könnt ihr euch unter https://www.facebook.com/hundegefaehrte/videos/897508333663818/ selbst ein Bild vom  "schauspielerischen Talent" meiner Potpourri-Terrieristin machen.

Als Markus Burkhardt, Inhaber von "K9 Suchhunde Kärnten", in den sozialen Medien zum Casting für die Produktion eines Werbevideos aufrief, war unser (naja, eigentlich eher mein) Interesse geweckt. Ein richtiges, echtes Casting? Und als Goddie winkt ein professionelles Hundeportrait von Neo-Fotografin Solveigh Kregar? Da kann ich einfach nicht nein sagen. Also rasch über http://kaernten.mantrailing-k9.com/ angemeldet, die Sedcard ausgedruckt, ausgefüllt und nun konnte uns nichts mehr aufhalten - zuerst Klagenfurt, dann Kärnten, Österreich, Hollywood und zum Schluss die ganze Welt...


Der große Tag

Überpünktlich, wie es so meine Art ist, kommen Mimi und ich am Gebäude der Grandur Filmproduktions GmbH an. Zeit genug, um noch einmal auszutreten und sich auf den großen Auftritt vorzubereiten. Doch dann ist alles anders, als ich mir das vorgestellt habe...

Gute Laune im Studio

Es ist beinahe so, als hätte irgendjemand - vielleicht eine fremde Macht oder die Heinzelmännchen? - meine kleine Hundedame gegen eine aufdringliche, hysterisch fiepende Doppelgängerin ausgetauscht. Mimi zeigt sich von einer Seite, die ich noch NIE (!!!) an ihr gesehen habe. Sie regt sich derart auf, dass ihr die Zunge bis zum Boden hängt, rennt hektisch von einer Person zur nächsten, bettelt unverschämt um Essensreste und - großes Finale - lässt gegenüber Diego, einem wunderschönen, weißen Schäferhund, die Terror-Kampfmaschine raushängen. Der süße Kerl, eigentlich bloß an einer Intensivierung des Kennenlernens interessiert, erhält eine böse Abreibung - und das nur, weil er Madame den Hof machen will. 

Das Casting bringt eine bisher unbekannte Seite meiner Hündin ans Licht. Da ich sie weder beruhigen kann, noch dazu in der Lage bin, einen Befehl durchzusetzen, mache ich das, was mir in diesem Moment am stimmigsten erscheint: Ich lasse sie von der Leine. Daraufhin erkundet Mimi kurzerhand auf eigene Pfote das Gelände.

Mimi mit Markus Burkhardt (c) swb photo

Während ich mich im Aufenthaltsraum mit den anwesenden Damen und Hundebesitzerinnen über Kärnten, die Zukunft und unsere Perspektiven unterhalte, ist Mimi am "Netzwerken". Ohne, dass ich davon etwas bemerke, schleimt sie sich fröhlich bei allen anwesenden Professionisten ein. Wie ich davon erfahre? Über die sozialen Medien - da finde ich nämlich am Nachmittag Fotobeweise davon, was Mimi so getan hat: durchs Studio hüpfen und mit K9-Chef Burkhardt posen zum Beispiel.


It's your turn...

Als wir dann offiziell an der Reihe sind - also Hundeführer und Hund - ist die Sache ganz schnell gegessen. Einmal hinknien, Mimi um mich herumführen, noch einmal in die andere Richtung. In die Fotokamera schauen, in die Videokamera schauen und fertig. Klingt nicht so, als wäre es optimal für uns gelaufen, oder?

Wir packen also unsere Sachen und treten die Heimreise an. Ich bin ein wenig enttäuscht - wir konnten in der Kürze gar keine Tricks zeigen und Mimi hätte wirklich so einiges auf dem Kasten. Aber wie formulierte es Samuel Beckett so schön: "Ever tried. Ever failed. No Matter. Try again. Fail again. Fail better."

  

Unser Fazit

Ich habe aus diesen Stunden am Set einiges gelernt:
1) Kamera, Licht, Studioatmosphäre, unbekannter Untergrund,... das alles ist für mein Terrier-Mädel gar kein Problem.
2) Allerdings war sie völlig damit überfordert, alle Menschen zu begrüßen, anzubetteln und neue Kontakte zu knüpfen.
3) Mimi ist doch nicht das Unschuldslämmchen, das sie immer zu sein vorgibt. Ihr "Verbeißen" des armen Diego war eine unbekannte Facette, die ich noch nicht gekannt habe.
4) Mimis Bindung zu mir ist nicht sonderlich stark ausgeprägt.

Alles in allem ein lehrreicher Tag, auch wenn ich mir das irgendwie ganz anders vorgestellt habe. 

Samstag, 31. Oktober 2015

Mimi testet die Hunde-Waschanlage


Der goldene Herbst hält Hof. Für den Hundehalter bricht nun eine der schönsten Zeiten - was sage ich? DIE SCHÖNSTE ZEIT - des Jahres an. Goldgelb-gefärbte Laubbäume, frische Temperaturen, nebelverhangene Hügel, bunte Blätter auf allen Wegen - die Welt zeigt sich in ihrem schönsten Gewand und lässt uns unsere Spaziergänge nicht nur genießen, sondern wahrlich zelebrieren.

Die hässliche Seite des Herbst

Doch bei aller landschaftlichen Schönheit hat der Herbst auch seine unangenehmen Begleiterscheinungen. Hund hüpft begeistert in herrliche Laubhäufen, springt enthusiastisch in gatschige Schlammlöcher und sieht nach jedem Gassigang aus, als wäre eine Rundum-Schönheitskur dringend nötig. Mit ihrem wuscheligen Potpourri-Terrier-Fell macht es Mimi mir auch echt nicht einfach. Alle möglichen und unmöglichen Mitbringsel schleppt sie mit in die Wohnung.


Ich sag's klar und deutlich: Ich bin kein Freund von übertriebener Hygiene bei der Fellpflege. Natürlich wird meine kleine Fellnase regelmäßig und ausgiebig gebürstet. Gerade im Frühling und Herbst - also in Zeiten des Fellwechsels - sind regelmäßiges Bürsten und Kämmen das A und O für eine gesunde Haut. Aber beim regelmäßigen Baden meines Hundemädels bin ich vorsichtig. Da ich die natürliche Struktur des Fells nicht unnötig beeinflussen oder gar schädigen will, wird nur in Extremfällen gebadet. Und: weder Mimi noch ich können das Prozedere sonderlich leiden.

Baden heißt putzen!

Das hat folgende Gründe: Wenn ich Mimi baden muss, weiß ich schon im Vorhinein, dass das für mich stundenlanges Putzen bedeutet. Nach dem reinigenden Bad schüttelt sich die Kleine so ausgiebig, dass mein komplettes Badezimmer vollgespritzt ist. Kaum handtrocken-gerubbelt, springt sie wie ein verrückter Floh durch die gesamte Wohnung und schüttelt und schüttelt und schüttelt ... Ich putze also nicht nur das Badezimmer, sondern die komplette Wohnung, inklusive aller Schränke, Türen und Böden. Dazu kommen - quasi als Highlight - die nach nassem Hund stinkenden Handtücher, die sofort in der Waschmaschine landen. Nach dem Waschgang muss - ihr wisst, was jetzt kommt, oder? Richtig! - die Waschmaschine komplett generalsaniert werden und alle Hundehärchen aus sämtlichen Sieben, Filtern und Gummirändern gefieselt werden. Verständlich, dass ich darauf keine Lust habe, oder?

Die Waschanlage für den Hund

Gibt es einen Ausweg aus unserem Dilemma? Ja, scheinbar. Also ging es heute zum Lokalaugenschein auf nach Villach, genauer gesagt ins Futterhaus in der Maria-Gailer-Straße. Seit Juli gibt es hier eine SB-Hundewaschanlage für die Vierbeiner. Die Gerätschaft erregte regional einiges an Aufsehen, sodass sogar unsere größte Tageszeitung dazu berichtete. (Kleine Zeitung, "Hinter den Kulissen - vier saubere Pfoten in einem Abwasch", 22.08.2015)

Mimi und ich wurden - wie immer! Das muss an dieser Stelle gesagt werden - sehr herzlich von den Futterhaus-Mitarbeiterinnen begrüßt. Nachdem wir unser Vorhaben geschildert hatten, wurden wir zur Hundewaschanlage begleitet. Kurzer Check: Aha, da kommt das Geld rein. Okay, das ist die Wasserdüse und der Trockner. Und da ist das Panel für das Waschprogramm. Soweit alles klar! Und schon ist auch die freundliche Futterhaus-Mitarbeiterin wieder an unserer Seite und reicht uns ein Handtuch. Was für ein Service!

Da Mimi sich stur weigerte, die Waschanlage über die für Vierbeiner vorgesehene Rampe zu betreten, wird sie kurzerhand hochgehoben. Da steht sie nun und guckt bedröppelt aus der Wäsche. Noch kurz das Halsband an der Kette fixieren und dem Badespaß steht nichts mehr im Wege. Nun habe ich die Qual der Wahl: Insgesamt stehen sieben Programme zur Verfügung. Ich wähle - meinem Naturell entsprechend :) - den direkten, praktischsten Weg. Für Mimi heißt es also: Wasser - Shampoo - Wasser. Auf Spülung oder Trockenfönen können wir gut und gerne verzichten.


Ich will ganz ehrlich mit euch sein: Mimi hat an dem Reinigungsprogramm keine übertriebene Freude. Aber sie war auch nicht panisch oder hektisch und hat das Prozedere einfach über sich ergehen lassen - allerdings mit gesenkter Rute und traurig hängenden Ohren. Mehr nach ihrem Gusto war das Trockenrubbeln mit dem gelben Handtuch - das liebt sie sehr. Zum krönenden Abschluss ist sie mir dann auch noch "entkommen" und hat eine lustige Runde durch das ganze Geschäft gedreht. Zum Glück waren alle Besucher*innen des Futterhauses heute sehr hundefreundlich und haben an meiner wuschelig-frischgewaschenen Hundedame keinen Anstoß genommen.

Unser Fazit

Das gesamte Schönheitsprogramm im Futterhaus hat uns sage und schreibe vier (!) Euro gekostet. Das Handtuch durften wir als Serviceleistung benutzen - der nass-triefende Wisch wurde uns von der netten Mitarbeiterin nach Badeende wieder abgenommen. Die SB-Waschanlage hat für mich ganz viele Vorteile: keine Hundehaare im Abfluss, kein schmutziges Badezimmer, keine stundenlange Putzorgie, keine nach nassem Hund stinkenden Handtücher. Ich bin begeistert! Das Futterhaus sieht uns ganz sicher als Badegäste wieder.




Montag, 28. September 2015

Herbstbesuch beim Tierarzt

Seien wir ehrlich: Tierärzten, denen muss man blind vertrauen können. Längst ist es nicht mehr nur die fachliche Kompetenz, die wir uns vom Veterinärmediziner erwarten. Vielmehr muss auch das zwischenmenschliche "Feeling" einfach stimmen.

Vogelkundiger Tierarzt für den Hund?

Als engagierte Vogelhalterin bin ich ein besonders kritischer (um nicht zu sagen: unsympathischer) Fall. Nachdem Mönchsittich "Lumpi" bei mir eingezogen war, habe ich mich lange und intensiv mit den Anforderungen an den "perfekten" Tierarzt beschäftigt.

Warum mir das so wichtig ist? Viele Tierärzte in meiner näheren Umgebung sind auf die Behandlung von Kleintieren spezialisiert. Zu ihren gängigen Kunden zählen also Hunde, Katzen und Co. Mit Sittichen oder Papageien haben die wenigsten zu tun. Bevor "Lumpi" also seinen ersten Tierarztbesuch absolviert hatte, habe ich viel Zeit damit verbracht, mich durch das Telefonbuch zu wählen, um einen Tierarzt zu finden, der sich a) auf die Behandlung von Vögeln spezialisiert hat und bei dem b) die gefiederten Kollegen zu regelmäßig Patienten in der Ordination zählen. Keine einfache Aufgabe, aber ich wurde fündig!

Im April 2015 schlug ich das erste Mal in der Tierarztpraxis Völkendorf auf. Im Gebäck: zwei schwer atmende Mönchsittiche und eine fröhliche Mimi. Ganz ehrlich? Ich war noch nie von einem Tierarzt so begeistert! Dr. Jean Meyer ist es in kürzester Zeit gelungen, mir Kompetenz zu vermitteln und mein Vertrauen zu gewinnen. Lumpi war am Tag seiner Erstuntersuchung wirklich schlecht drauf und  glaubt mir: ein grantelnder Mönchsittich ist wirklich das Letzte. Bissig und bösartig präsentierte er sich von seiner schlechtesten Seite und trotzdem erhielt er eine liebevolle Betreuung. Dr. Meyer nahm mich und meine Frageliste ernst und ließ sich viel Zeit, mir Rede und Antwort zu stehen. Kurzum: ich fühlte mich bestens aufgehoben und hatte meinen "idealen Tierarzt" gefunden.


Herbstbesuch beim Tierarzt

Nachdem es in den letzten Tagen empfindlich kalt geworden ist, muss auch ich mir eingestehen: der Sommer ist endgültig vorbei. Und weil Routineuntersuchungen wichtig sind, wurde ich heute erneut mit Mimi in der Praxis vorstellig (diesmal allerdings ohne die Pieper). Telefonisch hatte ich einen Termin vereinbart und wurde an Frau Dr. Margit Melcher verwiesen. Was bitte? Warum nicht den Herrn Doktor? Mensch, ich mag keine Veränderungen. Und schon gar keinen neuen Arzt. Ich bin doch mit ihm so glücklich und zufrieden. Aber ich beschloss, der Frau Doktor eine faire Chance zu geben. ;)

Dr. Margit Melcher
Tatsächlich war Dr. Melcher genauso freundlich, geduldig und kompetent wie ihr Ehemann. Ich hatte - wie das bei mir so üblich ist - einen kleinen Fragekatalog vorbereitet. Punkte auf meiner Liste:

  • Zähne, Mundgeruch und Zahnfleischbluten
  • Krallen und Krallenabnutzung
  • Ohren und darin befindliche Hundehaare
  • temporäres Humpeln hinten links

Fazit: Dr. Melcher hat alle möglichen und unmöglichen Fragen meiner Checkliste beantwortet, Klein-Mimi sicher-kompetent untersucht und uns einiges mit auf den Weg gegeben. Ihr seht mich begeistert!

Was für ein eigenartiger Hund...

Während Dr. Melcher für Kompetenz sorgte, war Mimi für den Spaß verantwortlich. Nach der Untersuchung ihrer Läufe durfte die kleine Maus wieder vom Behandlungstisch und begann sofort, das Behandlungszimmer genauestens zu untersuchen. In Windeseile hatte ihre empfindliche Potpourri-Terrier-Nase das Glas mit den Leckerlis entdeckt. Also wurde direkt vor dem Objekt der Begierde Stellung bezogen - mein Gott, wie peinlich...

Statt wie viele ihrer Artgenossen Angst vor dem Tierarzt zu haben, ist Mimi eher das Modell "Hungrig". Dass sie für Futter alles tut, zeigte sich wenige Minuten später. Wie selbstverständlich folgte sie der Frau Doktor bei Fuß, ließ sich problemlos und ohne Körperkontakt auf die Waage manövrieren. So, als würden wir tagaus, tagein nichts anderes üben.

Das Highlight des Tages lieferte Mimi aber beim Thema "Wurmkur". Netterweise bot mir die Tierärztin an, mir bei der Gabe der Wurmtablette behilflich zu sein. Sehr selbstbewusst (vielleicht ein klein wenig zu selbstbewusst...) erklärte ich ihr, dass Mimi die Tablette pur fressen würde. Ein skeptischer Blick, dann hält die Tierärztin meiner Hundedame die Tablette vor die Nase. Und siehe da: Mimi inhaliert das bittere Ding, als wäre es eine wahre Köstlichkeit. Irre, oder?

Ich habe wohl den eigenartigsten Hund der Welt. Sie geht gerne zum Tierarzt: schon weit vor der Eingangstür freut sie sich und zieht fröhlich drauf los. In der Praxis kann sie es gar nicht erwarten, von allen anwesenden Menschen - Tierarzt und Arzthelferinnen inklusive - gestreichelt zu werden. Wenn nichts interessantes passiert, untersucht sie ohne Angst das Ordinationszimmer. Auf dem Behandlungstisch zu warten, findet sie nicht schlimm und sie lässt jede Manipulation ohne zu zwinkern über sich ergehen. Wie ein Profi geht sie auf die Waage und als "Zuckerl" frisst sie die Wurmtabletten pur.

Was habe ich für ein Glück mit dem Hundemädel...

Gut geschützt und gesund in den Herbst!

P.S.: Übrigens: alles in bester Ordnung! Mimi ist gesund und munter, die Wurmkur für das kommende Halbjahr ist geschluckt und sie hat - so die Tierärztin - eine gute Figur. Das hören "frau" und "hund" natürlich gerne. :)

Dienstag, 18. August 2015

Einsamkeit ist doof!

Der Hund ist ein Rudeltier. Da ist es nur verständlich, dass der Vierbeiner im stetigen/ständigen Kontakt mit seiner Meute bleiben möchte. An das Alleinsein, an die Einsamkeit muss man sich also langsam und Schritt für Schritt gewöhnen. Häufig - so lehren uns Internet und Fernsehprogramm - sind Trennungsängste anerzogen, der Halter ist also daran schuld, wenn der Fellträger nicht alleine zu Hause bleiben kann. 

Als ich Mimi zu mir genommen habe, war mir von Beginn an klar, dass ich in diesem Punkt sehr konsequent sein würde müssen. Denn Einsamkeit ist - so meinen zumindest die Profis - besonders für Tiere schwierig, die mit dem Alleinsein negative Erfahrungen gemacht haben. Wie beispielsweise Tierheimhunde. Und damit mein Exemplar keine Trennungsängste entwickeln konnte, habe ich mich wirklich bemüht, alles richtig zu machen.

Strenges Lehrjahr

Natürlich kenne ich jede Folge vom Hundeprofi Martin Rütter. Und natürlich habe ich von Anfang an seine Tipps und Tricks befolgt: Mimi wird nie - wirklich nie! - von mir begrüßt. Sie erhält kein Leckerli, wenn sie mal ein paar Minuten oder Stunden alleine bleiben muss. Sie bekommt auch keine Aufmerksamkeit, wenn sie mich stößt und stupst. Alles wie im Lehrbuch. Dazu kommt, dass Mimi eine einjährige Ausbildung als Bürohund absolviert hat. Und in dieser Zeit habe ich strenge Regeln aufgestellt, die vom Potpourri-Terrier unbedingt eingehalten werden mussten. Zu groß waren meine Existenzängste, ein Fehlverhalten ihrerseits war das Schlimmste, was ich mir vorstellen konnte. Nicht auszudenken, wenn ich meinen Job verlieren würde, bloß weil mein Hund sich nicht an die Vorschriften halten kann. Ich war also vom ersten Tag an äußerst streng und überaus konsequent. Dieses Verhalten hat dementsprechende Früchte getragen und zwar von Anfang an. Mimi weiß zum Beispiel, dass sie keine Besucher begrüßen darf. Nicht einmal, wenn sie vom Bürobesuch mit Köstlichkeiten gelockt wird, hat sie ihr Hundekörbchen verlassen. Ihr ist bewusst, dass sie die Schwelle ins bzw. aus dem Büro nicht übertreten darf. Sie bellt nicht, wenn am Fenster Mensch oder/und Hund vorbeigehen, kläfft nicht, wenn das Telefon klingelt und ist alles in allem ein rundum perfekter Angestellter. Lediglich in der Mittagspause möchte sie beschäftigt, bespaßt und ausgeführt werden - bei einem langen Arbeitstag durchaus verständlich.

Bürohund Mimi. Als Alleinbleiben gar kein Problem war...


Mieser Status Quo

So weit, so perfekt. Doch im letzten halben Jahr haben wir uns ein klein wenig gehen lassen. Mimi und ich kleben viel aufeinander, sind kaum getrennt. Der längste Zeitraum, den die Kleine ohne mich verbringen muss, ist die halbe Stunde, in der ich zum Einkaufen unterwegs bin. Als ich heute überraschend für eine unbestimmte Dauer außer Haus musste, habe ich kurzerhand meine Kamera aufgestellt. Ich gebe zu: ich war neugierig, wie sich die kleine Madame ohne mich schlägt. Entstanden ist ein kurzes Video, in dem zu sehen ist, was passiert, wenn Mimi allein zu Haus' ist. 


Das Ergebnis war dann doch überraschend. Ich habe damit gerechnet, dass sie ein klein wenig fiept, aber ich war überzeugt, dass sie sich nach wenigen Minuten relativ entspannt in die Sonne legen würde. Das Video spricht eine andere Sprache. Nach dem ersten Schock - Hat die mich wirklich alleine gelassen? - folgt der Versuch, sich am Balkon einen Überblick zu verschaffen. Die Strategie kann natürlich nicht aufgehen, da die Türe zum Balkon verschlossen ist, wenn ich nicht zu Hause bin. 

Mimale, das Wimmale...

Was mich am Videobeweis aber am meisten schockiert/ärgert/verunsichert, ist das Gewimmere und Gejammere im Vorraum. Denkt man an die Kandidaten beim Hundeprofi, so scheint Mimi eine Ausgeburt an Entspannung. Aber seien wir mal ganz ehrlich: ein entspannter Hund sieht anders aus, oder etwa nicht? Auch wenn ihr das vielleicht übertrieben findet, doch das Verhalten muss ich ändern. 

Eyk von Teurnia
Meine Grundhaltung zu dem Thema hat etwas mit meinem ersten Hund zu tun. Eyk von Teurnia war ein wundervoller, nahezu idealer Beagle. Charakterstark und ungeheuer liebenswert. Er hatte nur einen schlimmen Tick, mit dem er die gesamte Familie in den Wahnsinn treiben wollte: er konnte keine Minute alleine bleiben. In seiner Panik, vom Rudel getrennt zu sein, hat er sich derart hochgeschaukelt, dass sein ganzer Hundekörper am Zittern und Beben war. Ihn ohne Sorgen alleine zu lassen, war nahezu unmöglich. Ich wollte bei Mimi anfangs vieles überkorrekt machen. Heute sehe ich das ein klein wenig entspannter. Viele Verhaltensweisen sind mir nicht wichtig und ich finde, dass Hund Hund sein sollen darf. Aber Alleinbleiben muss unbedingt sein! 

Jetzt gilt es, einen Trainingsplan auszuarbeiten und dann kann das Üben beginnen. Wenn ich an die Martin-Rütter-Folgen denke, wird mir schlecht. Mit Grauen erinnere ich mich an die armen Halter, die täglich 50-mal die Wohnung verlassen mussten. Aber wenn wir nicht in einer kommenden Folge des "Hundeprofis" enden wollen, müssen wir wohl fleißig daran arbeiten.

Samstag, 15. August 2015

Die dunklen Gassen sind unser Revier

Wenn es untertags unerträglich heiß ist, legen Mimi und ich unsere täglichen Spaziergänge in die frühen Morgen- und die (wirklich) späten Abendstunden. Die Luft ist zu dieser Zeit einfach herrlich, man inhaliert jeden Atemzug und kann Energie und Kraft schöpfen. Besonders wundervoll sind Nächte wie die heutige. Wenn am Abend ein kurzer Schauer die Hitze des Tages vergessen macht und die Straßen gerade noch regennass sind, dann ist ein ausgiebiger Spaziergang einfach Pflicht! 

Hundesicherung

Da ich mein Potpourri-Terrier-Mädel in der finsteren Nacht schon einige Male kurzfristig "verloren" habe, sind bei späten Ausflügen immer ein rosa-blinkendes Halsband (siehe nebenstehendes Foto) und unsere Flexi-Leine mit von der Partie. So wird Mimi schon von weitem für alle Nachtschwärmer sichtbar und ich habe sie im Fall der Fälle mit der Leine unter Kontrolle. 

Nächtliche Wahrnehmung

Es ist schon etwas Besonderes, wenn man im Dunklen mit dem Hund unterwegs ist. Als Frau und ohne menschliche Begleitung, beginnt man nahezu automatisch, gut beleuchtete Routen zu wählen. Das Fehlen von Licht macht eigenartige Dinge mit der Wahrnehmung. Plötzlich hört man jedes Rascheln in den Büschen, jeden Windhauch nimmt man viel intensiver wahr. Man achtet auf plötzliche Lichteinfälle, hört Autos schon kilometerentfernt kommen. Damit das an dieser Stelle klar ist: Ich bin ein recht unerschrockener Rudelführer. Mir gefällt es, mich in der Dunkelheit auf meine Sinne zu verlassen und neue Geräusch- und Geruchseindrücke zu sammeln. Ich freue mich über Igel, die über die Wiese huschen, beobachte mutige Katzen, die unsere Wege queren, und genieße den Wind, der die Blätter zum Rascheln bringt. 

Dr. Potpourri-Terrier und Miss Mimi

Mein vierbeinige Begleitung reagiert auf das Fehlen von Licht doch etwas empfindlicher. Während sie untertags der freundlichste, neugierigste und interessierteste Hund der Welt ist und mit Freude und Begeisterung Mensch und Tier begegnet, macht die Finsternis aus meinem Potpourri-Terrier einen Angsthasen. Die Kleine ist nachts zwar genauso fröhlich und gutgelaunt wie sonst, aber sie ist auf der Hut. Was raschelt da im Busch? Neugierig wird die Nase in die Blätter gesteckt und wenn sie dabei auf einen unerwarteten Ast oder - Gott bewahre! - auf eine Katze stößt, kann sie schon mal panisch in die Luft hüpfen - sehr zu meinem Amüsement. 

Warum ich Mimis Nachtpersönlichkeit liebe...

Es gibt da aber so ein paar Momente in meinem Leben, in denen ich von ihrer Alarmbereitschaft sehr begeistert bin, mich nicht über ihre Schreckhaftigkeit lustig mache und einfach nur froh bin, dass sie an meiner Seite ist. Velden ist im Sommer eine Touristenhochburg. Unzählige Veranstaltungen, der Wörthersee sowie viele Lokale und Kneipen ziehen unterschiedliche Typen von Menschen an. Bei unseren nächtlichen Streifzügen lässt es sich nicht vermeiden, dass wir auf solche Leute treffen. Das ist manchmal witzig, hin und wieder erschreckend, meistens aber einfach unspektakulär. Es sind starkalkoholisierte Gestalten, die durch die Dunkelheit stolpern und stapfen und sich darum bemühen, den Alkohol im Magen zu behalten und dabei nicht die Orientierung zu verlieren. In 99,9 % der Fälle gehen wir wortlos und unbehelligt an diesen Nachtschwärmern vorbei.

Ja, wir sind wirklich nachts unterwegs. :)

Horror-Kampfhund

Dann gibt es aber Nächte wie heute. Wenn ein betrunkener Mann alleine und ohne die übliche Gesellschaft durch die Gegend torkelt. Wenn dieser betrunkene Mann dann unter der Straßenlaterne stehen bleibt und auf uns wartet. Wenn wir versuchen, starken und bestimmten Schrittes vorbei zu gehen, ohne Aufmerksamkeit zu erregen. Eine gruselige Situation. Mimi und ich gehen unbehelligt und umangesprochen an dem jungen Kerl vorbei und ich versuche, Tempo zu machen, als der Typ plötzlich hinter uns hertorkelt. Und dann, ja dann wird aus meinem süßen Schmuseterrier ein Horror-Kampfhund, der anhält, sich wild in die Leine wirft und breitbeinig Stellung bezieht. Das dunkle Gurgeln wird zu einem gefährlichen Knurren und der Typ bleibt endlich stehen und hält Abstand. Ich ziehe Mimi durch den dunkelsten Bereich unseres Weges und bleibe nun meinerseits unter einer Straßenlampe stehen, um den Heini vorbei zu lassen.

Lustigerweise hat er wirklich Angst vor Mimi - ja, sie kann wirklich bedrohlich klingen und aussehen. Er lallt und nuschelt eine Entschuldigung und versucht uns zu erklären, dass er überhaupt nichts von uns will. Dann nimmt er die Beine in die Hand und bringt Abstand zwischen sich und meinen bedrohlichen Vierbeiner.

Das sind die Momente, an denen ich Mimi am liebsten laut und ausgiebig feiern würde. Eine Party für den großartigen Hund, der mich so wundervoll vor drohenden Gefahren beschützt. Die tollste Begleiterin, die Frau sich wünschen kann! Ich lasse das natürlich sein, aber kaum sind wir wieder in der Wohnung, lasse ich eine große Portion ihres Lieblingsfutters springen. Ein fettes Danke an den tollsten Begleithund der ganzen Welt! 

Donnerstag, 6. August 2015

Ein Sommerhit!

"36 Grad, kein Ventilator. Das Leben kommt mir gar nicht hart vor." schallte es im Jahr 2007 aus allen Radios. Doch während Inga Humpe mit der Hitze vermeintlich kein Problem hat, leiden Mimi und ich in einem nie dagewesenen Ausmaß an den "Grüßen aus der Sahara".

Hitzeempfinden

Noch vor wenigen Jahren war ich ein absolutes Kind des Sommers. Zu heiß gab es in meinem Wortschatz nicht, ich konnte gar nicht genug davon kriegen, dem Quecksilber in meinem Thermometer beim Klettern zuzusehen. 

Nach einem arbeitsreichen Jahr auf der Turracher Höhe sieht die Sache plötzlich ganz anders aus. Aus der ehemaligen Sonnenanbeterin ist ein stöhnendes, jammerndes, Hitzeempfindliches Häufchen Elend geworden, das sich die Handgelenke im Minutentakt kühlt und verzweifelt Zuflucht im Schatten sucht. Ein Jahr auf 1.800 Metern Seehöhe hat meine persönliche Temperaturwahrnehmung radikal geändert.

Auch Potpourri-Terriermädel Mimi scheint sich mit den geänderten klimatischen Gegebenheiten nicht unbedingt leicht zu tun. Unser erster Versuch, der Hitze zu entkommen ist kläglich gescheitert. Frustriert haben wir den Saissersee von unserer hundetauglichen Ausflugsziel-Liste gestrichen und bisher keinen adäquaten Ersatz gefunden.

Ein Badetag fürs Frauchen

Bis - ja, bis wir heute ein wundervoll-großzügiges Angebot von lieben Bekannten bekommen haben. Wir haben eine Einladung auf ein privates Seegrundstück am Wörthersee erhalten und dort ein paar herrliche Stunden verbracht.

Hier die schlechten Nachrichten: Mimi schwimmt noch immer nicht. Ich versuche ja seit geraumer Zeit, die kleine Hundedame langsam und behutsam an das Element Wasser heranzuführen. Die bisherigen Erfolge sind recht bescheiden. Aber immerhin wagt sie sich nun schon bis zum Ellenbogen (heißt das beim Hund auch wirklich Ellenbogen? Ihr wisst, was ich meine...) ins kühlende Nass. Neidisch denke ich da an Mimis Bruder Bo, der sich von Beginn an als Wasserratte präsentiert hat. Vielleicht sind männliche Potpourri-Terrier einfach mutiger? 



Der Masterplan

Mimi ziert sich also nach wie vor. Mein genialer Masterplan für den heutigen Tag: Ich schwimme einfach raus. Gesagt, getan. Ich lasse sie mich dabei beobachten, wie ich an einem seichten Stück in den See gehe. Die kleine Madame ist skeptisch, wagt sich aber doch näher. Aber als ihr gefährliche, meterhohe Wellen entgegenschwappen, nimmt sie Reißaus. Das ist heute nicht schlimm, da das Setting einfach ideal ist. Das Gelände ist umzäunt, ihr kann also nichts passieren. Ich mache die ersten Schwimmzüge und werfe dann einen Blick zurück ans Ufer. Da läuft sie von links nach rechts und von rechts nach links, sucht den Zugang zum See, findet ihn auch, aber die Furcht ist zu groß. Man sieht richtig, wie es in ihrem kleinen Hundeköpfchen rattert. Soll ich? Aber das ist so gefährlich! Das Wasser attackiert mich immer wieder. Nein, das trau ich mich nicht. Nachdem Mimi erkannt hat, dass sie mir nicht folgen kann, legt sie sich auf die Wiese und beobachtet mich mit Argusaugen. Und als ich dann endlich nach einer gefühlten Ewigkeit wieder aus dem Wasser steige, ist sie sofort zur Stelle und begrüßt mich freundlich.




Carpe diem! 

Auch wenn der Tag im Hinblick auf Mimis schwimmerische Befähigung keine befriedigenden Ergebnisse gezeigt hat, so haben wir doch einen herrlichen Sommertag im Schatten eines kleinen Ahornbaums verbracht. Ich freue mich sehr, dass ich die Möglichkeit hatte, den Wörthersee zu genießen, ohne auf meinen vierbeinigen Schatten verzichten zu müssen. Für Mimi war es ein aufregender Tag, da sie eine große Grünfläche zur Verfügung hatte, auf der sie sich nach Lust und Laune wälzen konnte, die sie im Schweinsgalopp durchqueren und mit zuckender Nase erkunden konnte. Selbst wenn die Kleine heute nicht zur Badenixe geworden ist, hatten wir eine tolle Zeit am See - ein echter Sommerhit eben!