Wenn es untertags unerträglich heiß ist, legen Mimi und ich unsere täglichen Spaziergänge in die frühen Morgen- und die (wirklich) späten Abendstunden. Die Luft ist zu dieser Zeit einfach herrlich, man inhaliert jeden Atemzug und kann Energie und Kraft schöpfen. Besonders wundervoll sind Nächte wie die heutige. Wenn am Abend ein kurzer Schauer die Hitze des Tages vergessen macht und die Straßen gerade noch regennass sind, dann ist ein ausgiebiger Spaziergang einfach Pflicht!
Hundesicherung
Da ich mein Potpourri-Terrier-Mädel in der finsteren Nacht schon einige Male kurzfristig "verloren" habe, sind bei späten Ausflügen immer ein rosa-blinkendes Halsband (siehe nebenstehendes Foto) und unsere Flexi-Leine mit von der Partie. So wird Mimi schon von weitem für alle Nachtschwärmer sichtbar und ich habe sie im Fall der Fälle mit der Leine unter Kontrolle.
Nächtliche Wahrnehmung
Es ist schon etwas Besonderes, wenn man im Dunklen mit dem Hund unterwegs ist. Als Frau und ohne menschliche Begleitung, beginnt man nahezu automatisch, gut beleuchtete Routen zu wählen. Das Fehlen von Licht macht eigenartige Dinge mit der Wahrnehmung. Plötzlich hört man jedes Rascheln in den Büschen, jeden Windhauch nimmt man viel intensiver wahr. Man achtet auf plötzliche Lichteinfälle, hört Autos schon kilometerentfernt kommen. Damit das an dieser Stelle klar ist: Ich bin ein recht unerschrockener Rudelführer. Mir gefällt es, mich in der Dunkelheit auf meine Sinne zu verlassen und neue Geräusch- und Geruchseindrücke zu sammeln. Ich freue mich über Igel, die über die Wiese huschen, beobachte mutige Katzen, die unsere Wege queren, und genieße den Wind, der die Blätter zum Rascheln bringt.
Dr. Potpourri-Terrier und Miss Mimi
Mein vierbeinige Begleitung reagiert auf das Fehlen von Licht doch etwas empfindlicher. Während sie untertags der freundlichste, neugierigste und interessierteste Hund der Welt ist und mit Freude und Begeisterung Mensch und Tier begegnet, macht die Finsternis aus meinem Potpourri-Terrier einen Angsthasen. Die Kleine ist nachts zwar genauso fröhlich und gutgelaunt wie sonst, aber sie ist auf der Hut. Was raschelt da im Busch? Neugierig wird die Nase in die Blätter gesteckt und wenn sie dabei auf einen unerwarteten Ast oder - Gott bewahre! - auf eine Katze stößt, kann sie schon mal panisch in die Luft hüpfen - sehr zu meinem Amüsement.
Warum ich Mimis Nachtpersönlichkeit liebe...
Es gibt da aber so ein paar Momente in meinem Leben, in denen ich von ihrer Alarmbereitschaft sehr begeistert bin, mich nicht über ihre Schreckhaftigkeit lustig mache und einfach nur froh bin, dass sie an meiner Seite ist. Velden ist im Sommer eine Touristenhochburg. Unzählige Veranstaltungen, der Wörthersee sowie viele Lokale und Kneipen ziehen unterschiedliche Typen von Menschen an. Bei unseren nächtlichen Streifzügen lässt es sich nicht vermeiden, dass wir auf solche Leute treffen. Das ist manchmal witzig, hin und wieder erschreckend, meistens aber einfach unspektakulär. Es sind starkalkoholisierte Gestalten, die durch die Dunkelheit stolpern und stapfen und sich darum bemühen, den Alkohol im Magen zu behalten und dabei nicht die Orientierung zu verlieren. In 99,9 % der Fälle gehen wir wortlos und unbehelligt an diesen Nachtschwärmern vorbei.
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| Ja, wir sind wirklich nachts unterwegs. :) |
Horror-Kampfhund
Dann gibt es aber Nächte wie heute. Wenn ein betrunkener Mann alleine und ohne die übliche Gesellschaft durch die Gegend torkelt. Wenn dieser betrunkene Mann dann unter der Straßenlaterne stehen bleibt und auf uns wartet. Wenn wir versuchen, starken und bestimmten Schrittes vorbei zu gehen, ohne Aufmerksamkeit zu erregen. Eine gruselige Situation. Mimi und ich gehen unbehelligt und umangesprochen an dem jungen Kerl vorbei und ich versuche, Tempo zu machen, als der Typ plötzlich hinter uns hertorkelt. Und dann, ja dann wird aus meinem süßen Schmuseterrier ein Horror-Kampfhund, der anhält, sich wild in die Leine wirft und breitbeinig Stellung bezieht. Das dunkle Gurgeln wird zu einem gefährlichen Knurren und der Typ bleibt endlich stehen und hält Abstand. Ich ziehe Mimi durch den dunkelsten Bereich unseres Weges und bleibe nun meinerseits unter einer Straßenlampe stehen, um den Heini vorbei zu lassen.
Lustigerweise hat er wirklich Angst vor Mimi - ja, sie kann wirklich bedrohlich klingen und aussehen. Er lallt und nuschelt eine Entschuldigung und versucht uns zu erklären, dass er überhaupt nichts von uns will. Dann nimmt er die Beine in die Hand und bringt Abstand zwischen sich und meinen bedrohlichen Vierbeiner.
Das sind die Momente, an denen ich Mimi am liebsten laut und ausgiebig feiern würde. Eine Party für den großartigen Hund, der mich so wundervoll vor drohenden Gefahren beschützt. Die tollste Begleiterin, die Frau sich wünschen kann! Ich lasse das natürlich sein, aber kaum sind wir wieder in der Wohnung, lasse ich eine große Portion ihres Lieblingsfutters springen. Ein fettes Danke an den tollsten Begleithund der ganzen Welt!


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