Montag, 20. Juli 2015

Hunde verboten!

Eigentlich sollte es eine wundervolles erstes Mal werden... Meine kleine Hundedame hatte bisher noch nie die Möglichkeit, richtig zu schwimmen. Bisherige Erfahrungen mit dem kühlen Nass: Kneippen! Auf unserer Lieblingsroute durch den Teufelsgraben wurde Mimi in den letzten Tagen immer mutiger, das eiskalte Wasser des kleinen Bachlaufs ging ihr sogar bis zum Bauch. Und als es heute Stunde für Stunde immer heißer wurde, war rasch klar: Heute gehen wir baden. Es wird wirklich Zeit, dem kleinen Potpourri-Terrier die Angst vor dem Wasser zu nehmen!


Internetrecherche

Voller Enthusiasmus wird die Badetasche für Mensch und Hund gepackt: Badetücher, Wasservorräte, Hundekekse und eine Kamera, um unsere Schwimmfortschritte zu dokumentieren. Zwei kleinere Seen in unserer direkten Umgebung scheinen sich für unsere ersten Schwimmübungen bestens zu eigen: der Forstsee und der Saissersee. Nachdem ich an den Forstsee einige - meine unbefleckte Seele ins Tiefste - erschütternde Erinnerungen habe, fällt meine Wahl augenblicklich auf den Saissersee.

Ein Blick ins Internet zeigt: Der Saissersee ist der perfekte Ort für Klein-Mimi und mich! Auf zahlreichen Homepages wie www.hunde-urlaub.net, www.fressnapf.at und www.polar-chat.de wird der kleine See als hundefreundlicher Ort beworben, auf www.planethund.com heißt es sogar wörtlich: "Am Saissersee dürfen sich Hunde im See abkühlen und spielen".


Idyllische Oase

Der Saissersee ist mir aus meiner Jugend noch sehr gut in Erinnerung. Der ca. 13 Hektar kleine See liegt in einer moorigen Senke und ist für seine wohltuende Wirkung für Haut und Haare bekannt und beliebt. Also nicht nur der ideale Ort, um dem Hund das Schwimmen zu lernen, sondern auch eine Wellness-Packung für mich.

Der Saissersee - auch als Jeserzer See bekannt - ist ein
wunderbares Beispiel für absolute Naturidylle.
Fotonachweis: Wikipedia

Das Ufer ist durchwegs unverbaut und bietet den Erholungsuchenden viele kleine Buchten. In Kauf nehmen muss man den leicht feuchten Untergrund - ohne entsprechende Auflage sind hässliche Flecken auf den Badetüchern vorprogrammiert.


Herzliches Willkommen und böser Abschied

Am Parkplatz angekommen werden Mimi und ich sehr freundlich von drei Badegästen begrüßt. Man kommt ins Schwatzen, es werden Nettigkeiten ausgetauscht und Mimi werden die besten Wünsche für ein erstes, erfolgreiches Bad mitgegeben. Fröhlich hüpfen wir den kleinen Trampelpfad entlang Richtung Holzsteg. Da angekommen werfe ich ein freundliches "Grüß Gott!" in die Runde, ernte aber nur aufmerksame, neugierige Blicke der anwesenden Badegäste. Gut, grüßen ist ja nicht jedermanns Sache, also suchen wir uns einen Platz etwas abseits, um niemanden zu stören. Rasch ist die Badetasche ausgepackt, ich habe mich aus dem Kleid geschält und bin freudig aufgeregt: Wird Mimi diesmal mit mir schwimmen?

Meine kleine Hundedame folgt mir auf den Fuß, als ich zum Ufer stakse. Hochkonzentriert gehe ich langsam, Schritt für Schritt, ins lauwarme Wasser. Einfach herrlich! Behutsam führe ich Mimi näher ans Wasser und - Tusch! - mit einiger Unterstützung macht die Kleine ihre ersten Schwimmbewegungen. Damit ist unser Badeausflug dann zu Ende... Aber nicht, weil wir keine Lust auf den nächsten Schritt - das gemeinsame Hinausschwimmen - hatten, sondern weil ein älteres Ehepaar uns darauf aufmerksam macht, dass Hunde hier nicht erlaubt sind. Nach zunächst noch höflichem Geplänkel werde ich auf eine Verbotstafel aufmerksam gemacht. Wenn die Situation nicht so angespannt wäre, würde ich jetzt in lautes Lachen ausbrechen. Ein garstiger, alter Metalldeckel mit der handschriftlichen Notiz, dass Hunde nicht baden dürfen, wurde ins Geäst eines morschen Baumes gepinnt. Ich schwöre euch: dieses Verbotsschild ist mir wirklich nicht aufgefallen.


Als ich mir noch überlege, wie ich mich nun verhalten soll, kommen immer mehr Badegäste näher und tun ihren Unmut kund. Zunächst noch freundlich ("Wir haben selber einen Hund, wir verstehen das"), wird rasch ein rüder Ton angeschlagen ("Packen Sie Ihren Gantsch und verschwinden Sie!"). Ich habe es diplomatisch versucht, ich habe es informierend versucht, ich habe es freundlich-bestimmt versucht... Letztlich klingt unser erster Badeausflug hässlich aus. Der wütende Mob verweist mich des Geländes und weil ich keine Lust auf eine böse Szene habe, packe ich meine Siebensachen und ziehe wieder von dannen.


Und die Moral von der Geschicht'?

Ganz ehrlich? Ich bin schrecklich enttäuscht. Von der Art und Weise, wie die Badegäste mich und Mimi behandelt haben. Ich hätte wahrscheinlich ein gewisses Maß an Verständnis, wenn Mimi sich daneben benommen hätte, aber sie war die personifizierte Höflich- und Folgsamkeit. Enttäuscht bin ich auch von den Informationen im Internet. Da der "Verbotsdeckel" wohl schon länger an dem Baum hängt, scheinen Hunde am Saisser See wirklich nicht willkommen zu sein. Vielleicht habe ich auch zu schnell die Segel gestrichen? Aber im Ernst: wenn frau und hund am späten Montagnachmittag der Hitze durch einen Sprung ins kühle Nass entkommen wollen, dann ist da einfach kein Platz für Aggression, Streitigkeiten und Hass.

4 Kommentare:

  1. Dann bleibt nur der Forstsee oder Weißensee übrig. Forstsee ist gar nicht so übel, so lange man nicht das falsche Ufer erwischt :)

    AntwortenLöschen
  2. Das falsche Ufer kenne ich leider schon. :/ Vielleicht muss ich dem Forstsee nur eine neue Chance geben. Immerhin scheinen wir dort wirklich willkommen zu sein. Ach: danke auch für den Weißensee-Tipp! Den hatte ich gar nicht am Schirm. 👍

    AntwortenLöschen
  3. Schade, dass es so geendet hat :-(. Ich hoffe, euch erwartet nächstes Mal mehr Glück und Verständnis.
    LG Beate

    AntwortenLöschen
  4. Das ist ja doof, meine Güte was gint es für kleinkarierte leute

    AntwortenLöschen