Mir ist so nostalgisch ums Herz. Bald ist er wieder da, unser "Willkommenstag" - jener Tag, an dem ich Mimi zu mir geholt habe und die kleine Hundedame mein Leben unfassbar bereichert hat. Zum zweiten Mal jährt sich dieses Jubiläum nun und weil ich mir die vielen wundervollen Momente in Erinnerung rufen will, durchwühle ich zurzeit mein Fotoarchiv. Dabei fällt mir auch das Adoptionsinserat und das dazu gehörende Video in die Hände.
Viel ist es nicht, was ich von Mimis Vorgeschichte weiß. Sie wurde von ungarischen Tierschützer auf dem Land gefunden - offenbar mit ihren beiden Brüdern ausgesetzt. Als ich Mimi zum ersten Mal in meine Arme geschlossen habe, waren die zwei Hundebrüder Rupert und Bogart bereits vergeben und hatten ihr Leben in ihren neuen Familien bereits begonnen. Leider war es mir nicht vergönnt, die drei Wirbelwinde in Aktion zu erleben. Die Erzählungen der Betreuerin lassen aber darauf schließen, dass die Bande wirklich nichts ausgelassen und die Pflegestation aufs Frechste aufgemischt hat.
Auf der Suche
Mit der Nostalgie ist das so eine Sache. Auf Wikipedia heißt es, dass sie "eine sehnsuchtsvolle Hinwendung zu vergangenen Gegenständen oder Praktiken" ist. Die ungarische Vergangenheit ist definitiv Geschichte und ich könnte schwören, dass die drei Terrier so gar keine Sehnsucht danach haben. So eine Reise in die Vergangenheit hat aber nicht nur erinnernde Funktion, sondern wirft immer neue Fragen auf. Und während ich mir die alten Fotos aus unseren letzten beiden Jahren ansehe, regt sich meine Neugier. Was wohl aus Mimis beiden Geschwistern geworden ist? Wo sind Bogart und Rupert heute? Sehen sie so aus wie mein Potpourri-Terrier-Mädel? Ob die beiden wohl auch ihre Besonderheiten haben? Sind sie genauso brav und geduldig wie meine Süße? Waren sie in der Hundeschule? Machen sie vielleicht sogar Hundesport?
![]() |
| Rupert |
![]() |
| Bogart |
Haben sie verborgene Talente oder besondere Charaktereigenschaften, die ich auch in Mimi sehe? Wie viel Einfluss haben Menschen und Erziehung auf das Verhalten des Hundes und - viel interessanter - was haben die drei Potpourri-Terrier in den (gemeinsamen) Genen?
Filou & Bogie
| Ein Gentleman in Vollendung: Filou |
Bei meinen Recherchen im Internet werde ich rasch fündig, denn die neuen Halter haben fleißig Berichte auf der Seite von Animal Care Austria veröffentlicht. Rupert hat einen hübschen Namen bekommen: Seine Familie ruft ihn nun Filou. Die Fotos vom kleinen Mann sehen wundervoll aus: viel Grün, lachende Menschen. Was kann Hund sich mehr wünschen? Und wie Mimi scheint er sehr darum bemüht zu sein, seinen Menschen zu gefallen. Die Lobeshymne seines neuen Frauchens bringt mich zum Schmunzeln, da sie wie meine eigenen Worte klingen.
![]() |
| Ein kleiner Sandfloh: Bogie |
Auch von Bogie gibt es einiges zu lesen. Nicht nur einen, sondern gleich zwei Berichte hat die Halterin an Animal Care Austria übermittelt. Er scheint viele Sozialkontakte zu pflegen, hat im Sommerurlaub seine Pfoten zum ersten Mal in den Sand gegraben und - Tusch! - er kann schwimmen. Das überrascht mich wirklich, denn Mimi macht diesbezüglich überhaupt keine Anstalten. Das höchste der Gefühle ist ein kurzes Fußbad im Bach, aber wenn die gruseligen Wellen des Wörthersees auf sie zuschwappen, nimmt mein Hundemädel sofort Reißaus.
Kontaktaufnahme - ein Versuch
Die Gemeinsamkeiten und Unterschiede, die ich aus den Zeilen zu lesen vermeine, lassen mich noch einen Schritt weitergehen. Auch auf die Gefahr hin, dass die beiden Damen mich für völlig verrückt halten, schreibe ich sie an. In Zeiten von Facebook und Co. ist es ein leichtes, die Kontaktdaten zu eruieren und rasch sind ein paar Zeilen verfasst. Nun heißt es "Abwarten und Tee trinken". Ich bin wirklich gespannt, ob und wie Mimis Verwandtschaft auf den Versuch der Kontaktaufnahme reagieren wird.



Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen